Hewlett Packard Enterprise hat sich den nächsten Großauftrag im KI-Boom gesichert. Der Cloud-Anbieter Vultr bestellt Hardware im Wert von 1,2 Milliarden Dollar. Der Konzern legte gestern 3,9 Prozent zu, auch weil er zugleich neue Wachstumsziele präsentierte.
Helios-Racks als Premiere für HPE
HPE installiert in den US-Rechenzentren von Vultr sogenannte Helios-AI-Racks von AMD. Die Systeme bündeln Spezialchips für KI-Anwendungen mit Switches und Software von HPE. Die Server stammen von AMD, die Netzwerktechnik liefert HPE.
Für den IT-Konzern ist es der erste Großauftrag für diese Systemarchitektur. Der Hintergrund: Cloud-Anbieter rüsten ihre Rechenzentren massiv auf und brauchen extrem schnelle Netzwerke, damit die Datenmengen moderner KI-Modelle ohne Verzögerung fließen.
Juniper-Zukauf als Türöffner
Das Geschäft baut auf bestehenden Beziehungen auf. Vultr arbeitete bereits drei Jahre lang mit dem Netzwerkausrüster Juniper Networks zusammen. HPE hat Juniper 2025 übernommen und profitiert nun davon.
AMD unterstützt Vultr außerdem als Investor. Nvidia dominiert den Markt für KI-Beschleuniger weiterhin, doch AMD positioniert sich über solche Kooperationen als feste Alternative. HPE rückt damit als Systemanbieter näher an die zweite Chipschmiede heran.
Aktie hat sich 2026 verdoppelt
Die Anleger honorieren die Entwicklung. Die HPE-Aktie hat sich in diesem Jahr bereits mehr als verdoppelt. Dazu passt die Stimmung im Technologiesektor, der sich gestern besser hielt als der Gesamtmarkt. Starke Zahlen und ein überzeugender Ausblick von Micron sorgen für zusätzlichen Rückenwind.
Das Umfeld bleibt allerdings fordernd: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bei rund 5,3 Prozent und belastet vor allem die europäischen Märkte. Heute stehen mit den Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und der Eurozone sowie dem US-ISM-Index für die Industrie ab 9:55 Uhr mehrere Konjunkturdaten an. Sie dürften die Zinsdebatte weiter prägen und damit auch die Bewertung hoch gelaufener Tech-Werte wie HPE beeinflussen.
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