Hewlett Packard Enterprise (HPE) hat den Kapitalmarkt mit einem Rekordquartal und einer deutlichen Anhebung seiner Jahresziele überrascht. Das Unternehmen profitiert massiv von der ungebrochenen Nachfrage nach Infrastruktur für künstliche Intelligenz und einer erfolgreichen Integration neuer Netzwerktechnologien.
Mit einem heutigen Kursplus von 7,0 % auf 47,85 € reagiert die Aktie unmittelbar auf die starken Geschäftszahlen und unterstreicht damit ihre positive Dynamik, die sich in einem Zuwachs von 132 % seit Jahresbeginn widerspiegelt.
Massives Wachstum im Networking-Segment
Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte HPE einen Rekordumsatz von 12,2 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 34 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung im Bereich Networking, der durch die Übernahme von Juniper Networks gestärkt wurde.
In diesem Segment kletterte der Umsatz um knapp 75 % auf 2,9 Milliarden US-Dollar. Innerhalb dieser Sparte verzeichnete das Geschäft mit Routing-Lösungen sogar einen Zuwachs von 270 % auf 788 Millionen US-Dollar.
Diese Entwicklung zeigt, dass die technologische Neuausrichtung des Konzerns erste signifikante Früchte trägt. Während das Unternehmen beim Gewinn je Aktie (non-GAAP) einen Wert von 1,11 US-Dollar auswies und damit die Erwartungen des Marktes übertraf, blieb das operative Geschäft dennoch nicht frei von Herausforderungen.
Medienberichten zufolge führten anhaltende Lieferengpässe bei einzelnen Komponenten zeitweise dazu, dass der Auftragsbestand schneller wuchs als die Auslieferungskapazitäten. Dennoch konnte HPE einen Rekord beim freien Cashflow für ein drittes Quartal in Höhe von 958 Millionen US-Dollar verbuchen.
KI-Infrastruktur sorgt für volle Auftragsbücher
Der Bereich der KI-Systeme entwickelte sich im abgelaufenen Quartal zu einem weiteren zentralen Wachstumstreiber. Mit KI-Lösungen setzte HPE rund 1,6 Milliarden US-Dollar um, während der Auftragseingang in diesem Segment bei 2,4 Milliarden US-Dollar lag.
CEO Neri betonte in diesem Zusammenhang, dass der Auftragsbestand (Backlog) ein neues Rekordniveau erreicht habe. Dies unterstreicht die starke Positionierung von HPE als Ausrüster für Rechenzentren, die auf Hochleistungsrechnen angewiesen sind.
Flankiert wird dieser Erfolg durch strategische Großprojekte. So wurde am vergangenen Mittwoch eine erweiterte, mehrjährige Partnerschaft mit Oracle bekannt gegeben. Oracle plant, Netzwerkkomponenten von HPE Juniper, insbesondere Router und Switches der PTX- und QFX-Serien, global in seinen Cloud-Rechenzentren einzusetzen.
Im Rahmen dieser Kooperation hat HPE zudem Optionsscheine (Warrants) an Oracle ausgegeben, was die langfristige Bindung beider Konzerne festigen soll. Parallel dazu wurde eine Zusammenarbeit mit AMD intensiviert, um offene Rack-Scale-Architekturen für KI-Anwendungen voranzutreiben.
Optimistischer Ausblick bis zum Geschäftsjahr 2027
Angesichts der starken Auftragslage hat das Management die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr 2026 angehoben. HPE erwartet nun ein Umsatzwachstum zwischen 34 % und 37 %, nachdem zuvor lediglich ein Plus von bis zu 33 % in Aussicht gestellt worden war.
Für den Gewinn je Aktie (non-GAAP) wird eine Spanne von 3,75 bis 3,85 US-Dollar angestrebt. Auch für das vierte Quartal zeigt sich die Konzernleitung zuversichtlich und stellt Erlöse zwischen 13,9 und 14,8 Milliarden US-Dollar in Aussicht.
Über das laufende Jahr hinaus blickt HPE bereits auf 2027: Das Unternehmen prognostiziert für das übernächste Geschäftsjahr ein weiteres Umsatzwachstum von 13 % bis 17 % sowie einen freien Cashflow von mindestens 5,0 Milliarden US-Dollar. Aktionäre sollen zudem weiterhin direkt am Erfolg beteiligt werden.
Das Unternehmen bestätigte eine Dividende in Höhe von 0,1425 US-Dollar pro Aktie, die am 16. Oktober ausgezahlt werden soll. Trotz der hohen Bewertung im Vergleich zum historischen Durchschnitt sehen Analysten von Seeking Alpha aufgrund der massiven KI-Katalysatoren weiterhin Potenzial für den Wert.
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