Mizuho Securities setzt bei seiner nächsten Rechenzentrums-Generation auf HPE. Die japanische Investmentbank baut ein neues Datacenter für Direct Liquid Cooling und installiert darin das System HPE Cray XD2000. Es ist ein weiterer Auftrag für den Konzern, der zuletzt mit Großprojekten und angehobenen Prognosen auffiel.
Rechenlast wächst jedes Jahr
Hintergrund ist der steigende Bedarf an Rechenleistung. Simulationen für die Preisbildung von Derivaten sowie für Markt- und Kontrahentenrisiken verlangen bei Mizuho Securities über 360 Millionen Berechnungen pro Tag, Tendenz steigend. Die bisherige luftgekühlte Umgebung stößt dabei an Grenzen.
Die neue Konfiguration soll pro Serverknoten das 1,6-Fache der aktuellen Leistung liefern. Nach HPE-Angaben steigert die Flüssigkühlung die Leistung je Kilowatt um bis zu 20 Prozent und senkt den Stromverbrauch um 15 Prozent gegenüber luftgekühlten Lösungen. Mizuho ist laut HPE das erste Finanzhaus Japans, das dieses System mit Direktflüssigkühlung wählt.
Der Start fällt bescheiden aus: acht Serverknoten. Die Bank will Server und Racks schrittweise ausbauen und den Nutzen im Produktivbetrieb prüfen. Zudem lotet sie GPU-beschleunigte Rechenleistung für eine spätere private KI-Infrastruktur aus. Die Installation beginnt diesen Herbst, der Produktivbetrieb ist für Mitte 2027 vorgesehen.
Rückenwind aus anderen Bereichen
Der Auftrag fügt sich in ein starkes Umfeld. Von Vultr kam zuletzt ein Auftrag über 1,2 Milliarden Dollar für KI-Systeme auf Basis von AMD Helios, der erste Großauftrag für diese Plattform. Außerdem hob HPE die Wachstumsprognose für das Networking-Segment 2027 auf einen hohen Zehner- bis niedrigen Zwanziger-Prozentbereich an. Zuvor lag sie bei 14 bis 17 Prozent.
Die jährlichen Kostensynergien aus der Juniper-Übernahme sollen bis Ende 2028 auf 800 Millionen Dollar steigen, statt bisher mindestens 600 Millionen.
Operativ spricht die jüngste Bilanz für sich. Im dritten Quartal legte der Umsatz um 34 Prozent auf 12,2 Milliarden Dollar zu, das bereinigte Ergebnis je Aktie sprang von 0,44 auf 1,11 Dollar. Das Networking-Geschäft wuchs um knapp 75 Prozent, Data Center Networking sogar um mehr als 112 Prozent.
Die Aktie legte in der vergangenen Woche rund 13 Prozent zu. Marktbeobachter verweisen darauf, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der 2027er-Schätzungen bei knapp 15 liegt. Euphorie wäre damit noch nicht eingepreist. Der Mizuho-Auftrag ist wirtschaftlich eher klein, zeigt aber, dass HPE seine Flüssigkühl-Kompetenz auch in der Finanzbranche verkauft. Mit dem Produktivstart Mitte 2027 beginnt dort die Bewährungsprobe.
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