Die Deutsche Bank räumt einen späten Einstieg ein, setzt aber umso deutlicher auf Roche. Analyst Emmanuel Papadakis hat die Aktie von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel von 340 auf 500 Franken angehoben. Der Markt reagiert zunächst verhalten.
Ärzte-Umfrage als Auslöser
Grundlage der Hochstufung ist eine aktuelle Onkologie-Umfrage der Bank unter Ärzten. Deren Rückmeldungen zu Giredestrant, dem Brustkrebs-Kandidaten des Konzerns, fielen laut Papadakis schon länger positiv aus. Nun seien sie zunehmend eindeutig.
Der Analyst gibt sich selbstkritisch. Der Zeitpunkt sei nicht gerade günstig, schreibt er, denn er schließe sich dem Konsens erst spät an. Er habe es versäumt, rechtzeitig auf das Ärzte-Feedback zu reagieren. Dieses habe nach seiner Einschätzung kurz- wie mittelfristige Auswirkungen, während die unmittelbaren Risiken zurückgegangen seien.
Die Aktie gab im frühen Handel an der SIX dennoch nach. Zeitweise lag sie 0,61 Prozent im Minus bei 389,70 Franken. Das neue Ziel liegt damit gut 28 Prozent über dem Kurs.
Politischer Gegenwind in Deutschland
Weniger erfreulich ist das politische Umfeld. Die Bundesregierung hat höhere Herstellerrabatte für patentgeschützte Medikamente verordnet, die ab 2027 greifen. Mehrere Pharmakonzerne stoppten daraufhin Investitionen oder stellen geplante Ausgaben in Deutschland auf den Prüfstand, darunter Roche.
Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller rechnet vor, dass Investitionen und Forschungsausgaben der Branche bis 2030 um gut vier Milliarden Euro niedriger ausfallen könnten. Berlin will die Belastung mit einer Standortklausel abmildern, die an Investitionen, Produktion und klinische Forschung im Land geknüpft ist.
Hinzu kommt der Zollstreit mit den USA. Für Arzneien aus Europa gilt nach dem Handelsdeal zwischen Brüssel und Washington eine Obergrenze von 15 Prozent. Die zeitweise angedrohten 100 Prozent sind vom Tisch.
Einordnung
Das Kursziel von 500 Franken liegt deutlich über dem, was zuletzt im Markt üblich war. Die Spanne der Analystenziele reichte zuvor bis 434 Franken. Die Deutsche Bank stellt sich damit an die Spitze des Feldes.
Ob der Markt der Ärzte-Umfrage folgt, zeigt sich an der Reaktion auf neue Giredestrant-Daten. Bis dahin liefert die Studie vor allem einen Anker: Ein Haus, das lange abwartete, sieht die Risiken nun überwiegend abgebaut.
Stand heute, 23. Oktober: Roche – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Roche investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 23. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
