Roche liefert an einem Tag gleich zwei Nachrichten, die das Pharma-Portfolio in unterschiedliche Richtungen erweitern. Die EU-Kommission hat dem Augenmedikament Susvimo die Zulassung erteilt, parallel meldet der Konzern positive Phase-2-Daten für den Adipositas-Kandidaten Enicepatid.
Susvimo erhält grünes Licht in der EU
Susvimo behandelt die neovaskuläre altersbedingte Makuladegeneration, eine der Hauptursachen für Sehverlust bei Menschen über 60 Jahren. Das Besondere: Ein nachfüllbares Implantat gibt den Wirkstoff kontinuierlich ab. Das soll Patienten die bislang üblichen häufigen Injektionen ersparen und die Behandlungslast spürbar senken.
Enicepatid drängt in den Milliardenmarkt
Beim Appetitzügler Enicepatid meldet Roche, dass die Phase-2-Studie sämtliche primären Ziele erreicht hat. Bei der höchsten getesteten Dosis von 24 Milligramm sank der Langzeitblutzuckerwert HbA1c nach 48 Wochen im Schnitt um 2,65 Prozentpunkte. Gleichzeitig verloren die Teilnehmer im Mittel 15,5 Prozent ihres Körpergewichts, ohne dass sich ein Plateau abzeichnete.
Die Studienabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse blieben mit 2 Prozent gering, das Sicherheitsprofil entsprach laut Roche vergleichbaren Therapien. Konzernmediziner Levi Garraway betonte, ein bedeutender Anteil der Patienten habe innerhalb weniger als eines Jahres einen normalisierten Glukosespiegel erreicht.
Mit diesen Daten positioniert sich Roche in einem Markt, den derzeit noch Eli Lilly und Novo Nordisk dominieren. Der Konzern ist spät gestartet, hat sich aber zum Ziel gesetzt, als Nummer drei Fuß zu fassen — gestützt auf einen erhofften Milliardenumsatz mit Enicepatid.
Zwei Phase-3-Studien zur Gewichtsreduktion laufen bereits in fortgeschrittenem Stadium. Ein weiteres Phase-3-Programm zur Blutzuckerkontrolle und zu kardiovaskulären Effekten soll folgen, für 2027 sind zusätzliche Studien zu Herz-Kreislauf-Wirkungen geplant.
Die Aktie reagierte im Schweizer Handel verhalten positiv und notierte zeitweise leicht höher bei 373,80 Franken. Der nächste wichtige Meilenstein für Enicepatid wird der Start des Phase-3-Programms sein, das über die reale Marktchance gegen die etablierte Konkurrenz entscheidet.
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