Staatliche Milliarden allein reichen nicht aus, um die deutsche Wirtschaft zu modernisieren. Zum Auftakt des ersten Investitionsgipfels der Bundesregierung in Berlin hat Bundeskanzler Friedrich Merz deshalb um privates Kapital aus aller Welt geworben. Deutschland wolle den roten Teppich ausrollen und schneller wachsen, versprach Merz vor Führungskräften internationaler Konzerne.
Der Bedarf an frischen Mitteln ist beträchtlich. Einer Untersuchung von Allianz Research zufolge sanken die Gesamtinvestitionen in Deutschland zwischen 2019 und 2025 um 6,4 Prozent. Im restlichen Euroraum legten sie im selben Zeitraum um 6,7 Prozent zu, in den USA sogar um 20,2 Prozent. Die Initiative „Made for Germany“ beziffert den Finanzierungsbedarf für Schlüsselbereiche wie Infrastruktur, Energie und Verteidigung auf 2,9 bis 4,1 Billionen Euro bis zum Jahr 2035.
Allianz mit Nvidia bei industrieller KI
Ein zentraler Baustein der Strategie liegt in der Digitalisierung der heimischen Wirtschaft. Die Bundesregierung vereinbarte zum Gipfelauftakt eine Kooperation mit dem US-Chiphersteller Nvidia. Ziel des Vorhabens ist es, die industrielle Nutzung Künstlicher Intelligenz vor allem im Mittelstand zu beschleunigen. Nvidia-Chef Jensen Huang, der den Auftakt in Berlin begleitete, verwies auf das Engagement seines Unternehmens, das im vergangenen Jahr knapp eine Milliarde Dollar in Deutschland investiert habe.
Um weiteres Vertrauen aufzubauen, stellte der Kanzler umfassende Rahmenreformen in Aussicht. Geplant sind schlankere Genehmigungsverfahren für Großprojekte wie Rechenzentren, eine digitalere Verwaltung und Reformen der Sozialsysteme. Allerdings verlaufen diese Vorhaben innerhalb der schwarz-roten Koalition nicht konfliktfrei, insbesondere beim Thema Rente gibt es anhaltende Diskussionen.
Standortbedingungen im Härtetest
Dass Worte allein die Kapitalströme nicht lenken, unterstreichen Stimmen aus der Industrie. Der Schweizer Pharmakonzern Roche kündigte an, wegen politischer Sparvorgaben im Gesundheitssystem seine Investitionen in Deutschland auf den Prüfstand zu stellen. Wirtschaftsvertreter betonen, dass letztlich verlässliche Standortbedingungen und Renditechancen über das Engagement von Großanlegern entscheiden.
Am Dienstag wird das Treffen an der Wirtschaftshochschule ESMT in Berlin mit Vertretern aus rund 200 Chefetagen fortgesetzt. Im Fokus der Fachrunden stehen konkrete Vereinbarungen für Energieinfrastruktur, Transformation und neue Modelle für die Altersvorsorge.
Stand heute, 19. Oktober: Nvidia – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Nvidia investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 19. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
