Die Aktie des Windparkentwicklers PNE hat den Handel am Freitag mit einem Plus von 2,0 Prozent bei 5,69 Euro beendet. Für das leichte Kursplus am letzten Handelstag lag kein spezifischer Auslöser vor. Vorausgegangen war dem jüngsten Börsentag allerdings ein deutlicher Einbruch, nachdem das Unternehmen seine Ergebnisziele für das laufende Geschäftsjahr spürbar gekürzt hatte.
Projektverzögerungen belasten die Jahresziele
Am 13. Oktober passte das Management die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 an. Beim normalisierten EBITDA rechnet PNE nun mit einer Spanne von 65 bis 80 Millionen Euro.
Als wesentliche Ursachen für den Dämpfer nannte der Konzern Verzögerungen bei behördlichen Genehmigungsverfahren sowie längere Verkaufsprozesse bei Projekten. Zudem verbleiben Windparks, die ursprünglich für eine Veräußerung vorgesehen waren, vorerst im eigenen Bestand. Das Marktumfeld bezeichnete das Unternehmen als schwierig und wies darauf hin, dass sich ein Teil der erwarteten Ergebnisbeiträge voraussichtlich in das Jahr 2027 verschiebt.
Auch die reguläre EBITDA-Erwartung wurde infolgedessen deutlich nach unten korrigiert: Sie liegt nun bei 60 bis 75 Millionen Euro.
Analysten passen ihre Kursziele an
Die drastische Gewinnwarnung zog Reaktionen von Analystenseite nach sich. SMC Research senkte am Freitag das Kursziel für den Titel von 9,80 auf 8,90 Euro. Die Einstufung beließ das Haus auf „Speculative Buy“ und begründete dies mit der scharfen Marktreaktion im Anschluss an die gesenkten Jahresziele.
Bereits am Mittwoch hatte Philipp Kaiser von MPCM die Einstufung „Buy“ bei einem Kursziel von 12 Euro bestätigt. Der Analyst rückte dabei die Liquidität und die Refinanzierung in den Vordergrund und kündigte an, seine Schätzungen nach Gesprächen mit dem Unternehmen zu überprüfen.
Morgan Stanley überschreitet Meldeschwelle
Neben den operativen Nachrichten gab es auch Bewegung in der Aktionärsstruktur. Morgan Stanley meldete mit Wirkung zum 8. Oktober einen Anstieg der zurechenbaren Stimmrechte von zuvor 50,07 Prozent auf 52,15 Prozent. Dieser Schwellenübertritt wurde durch den Erwerb von Kundenwertpapieren über Morgan Stanley & Co. International plc ausgelöst.
Am Markt wiegen die operativen Verzögerungen derweil schwer nach. Am Donnerstag hatte die Aktie im Tief bei 5,36 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markiert. Durch die Verschiebung wesentlicher Ertragsanteile in das kommende Jahr sehen sich die Anleger vorerst mit einer verlängerten Durststrecke konfrontiert.
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