Mit gezielten Bauprojekten und neuen Partnerschaften versucht Vonovia, operativ Akzente zu setzen. Die Konzerntochter BUWOG hat mit einer Grundsteinlegung den Startschuss für das Quartier Glockengut in Bayreuth gegeben. Dort entstehen im ersten Bauabschnitt 177 Eigentumswohnungen, deren Fertigstellung bis Mitte 2028 geplant ist.
Suche nach neuen Geschäftsfeldern
Neben dem klassischen Wohnungsbau sondiert der DAX-Konzern neue Kooperationsmöglichkeiten mit der öffentlichen Hand. Vorstandschef Luka Mucic positioniert Vonovia als Partner für Kommunen und Bund.
Nach Unternehmensangaben steht der Konzern bereit, bei Bedarf auch Soldatenwohnungen für die Bundeswehr zu errichten und zu betreiben. Entsprechende Gespräche auf militärischer Ebene wurden bereits geführt, konkrete Beschlüsse durch das Verteidigungsministerium stehen allerdings noch aus.
Das operative Engagement vollzieht sich in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld. Zwar sucht der Konzern den Schulterschluss mit der Politik, doch die Rahmenbedingungen für die Wohnungswirtschaft bleiben angespannt.
Belastungen durch Politik und Zinsen
Vor gut einer Woche rückten nach der Berliner Wahl erneut Enteignungsforderungen in den Fokus. Eine Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) bezifferte die Entschädigung für rund 210.000 Wohnungen betroffener privater Anbieter auf etwa 13,5 Milliarden Euro. Neben den politischen Debatten belasten das gestiegene Zinsniveau und Zurückhaltung am Kapitalmarkt die gesamte Branche.
Vor rund zwei Wochen passte Exane BNP Paribas das Kursziel auf 16 Euro an. Analyst Neil Green von JPMorgan sieht das Kursziel bei 26,00 Euro und beließ die Einstufung auf „Overweight“. Nach seiner Einschätzung könnte eine Veräußerung von Unternehmensteilen im Wert von einer Milliarde Euro den Schuldenabbau stützen, während bei fehlenden Transaktionen auch eine Kürzung der Dividende nicht ausgeschlossen sei.
Fokus auf den Quartalsbericht
Am Aktienmarkt spiegeln sich diese Faktoren deutlich wider. Im Freitagshandel ging das Papier bei 16,80 Euro aus dem Markt. Damit beläuft sich das Minus seit dem Jahresanfang auf 32 Prozent, womit der Wert nur 1,2 Prozent über seinem bisherigen Jahrestief rangiert.
Der nächste richtungsweisende Termin für den Wohnimmobilienkonzern steht bereits fest. Am 4. November veröffentlicht Vonovia den Zwischenbericht zum dritten Quartal. Dann wird sich zeigen, inwieweit die bilanziellen Herausforderungen und die Neuausrichtung der Aktivitäten die Geschäftszahlen tatsächlich prägen.
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