Europa wächst, Nordamerika schwächelt: Stellantis hat im dritten Quartal rund ein Prozent weniger Fahrzeuge ausgeliefert als im Vorjahr. Die weltweiten Auslieferungen belaufen sich auf geschätzte 1,29 Millionen Einheiten. Die Aktie gab im XETRA-Handel zeitweise gut ein Prozent nach und notierte bei 3,93 Euro.
Nordamerika: Stillstände im Sommer
In Nordamerika gingen die Auslieferungen um 12 Prozent zurück, das sind rund 47.000 Fahrzeuge weniger als vor einem Jahr. Der Konzern verweist auf geplante Produktionsunterbrechungen. Sie trafen vor allem Jeep-Modelle wie den Grand Cherokee und den Compass.
Auch in anderen Regionen lief es schwächer. Im Nahen Osten und in Afrika sanken die Auslieferungen um 21 Prozent. Stellantis nennt regionale Konflikte, schwächere Märkte und die Lage in der Türkei, wo der Start eines lokal gefertigten Kleintransporters die Auslieferungen drückte. In Asien-Pazifik ging es um 6 Prozent abwärts, Südamerika stagnierte.
Europa liefert den Gegenpol
Der nach Stückzahlen größte Markt legte um 10 Prozent zu, ein Plus von 54.000 Fahrzeugen. Getragen wurde das Wachstum von Citroën C3 und C3 Aircross, dem Opel Frontera und dem Fiat Grande Panda. Hinzu kamen der neue Fiat 500 Hybrid, der Jeep Compass und leichte elektrische Nutzfahrzeuge.
Eine zentrale Rolle spielt Leapmotor. Die Auslieferungen der Marke stiegen um 34.000 auf rund 44.000 Fahrzeuge. Stellantis betreibt mit dem chinesischen Hersteller ein Gemeinschaftsunternehmen für Vertrieb und Produktion außerhalb Chinas.
Die Nachfrage nach Elektroautos reichte allerdings nicht, um die Rückgänge in den übrigen Regionen auszugleichen.
Neuer Kurs unter Filosa
Der Konzern steckt mitten im Umbau. Nach einem Rekordverlust von 22,3 Milliarden Euro im Jahr 2025, vor allem wegen hoher Abschreibungen, setzt Konzernchef Antonio Filosa die Prioritäten neu.
In den USA rücken Verbrennerantriebe bei großen SUVs und Pickups von Ram und Jeep wieder stärker in den Vordergrund. Die meisten Investitionen fließen künftig in die Kernmarken Jeep, Ram, Peugeot und Fiat. Die Europasparte soll insgesamt schrumpfen, die Produktionskapazitäten sinken.
Dazu passt eine Meldung vom Opel-Stammsitz: Die Astra-Produktion ruht in den kommenden zwei Wochen. Eine Sprecherin nannte geplante Umbauarbeiten und vorbeugende Instandhaltung als Grund.
Die Quartalszahlen sind vorläufige Schätzungen. Entscheidend ist nun, ob die Jeep-Werke nach den Sommerstillständen wieder voll anlaufen und der Auslieferungsrückgang in Nordamerika damit ein Einmaleffekt bleibt.
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