Die Bank of America räumt bei Salesforce ein Szenario ab, das sie bislang selbst gezeichnet hatte: den Verdrängungsfeldzug der Künstlichen Intelligenz gegen klassische Softwareanbieter. Analyst Tal Liani hebt die Aktie von „Underperform“ direkt auf „Buy“. Das Kursziel steigt von 160 auf 285 US-Dollar.
Gemessen am Schlusskurs von 233 US-Dollar ergibt sich ein Aufwärtspotenzial von rund 22 Prozent. Eine so abrupte Kehrtwende um zwei Stufen kommt selten vor.
Warum die Skepsis wich
Bislang fürchtete die Bank die sogenannte SaaS-pocalypse: KI-Werkzeuge könnten Standardsoftware überflüssig machen. Gespräche mit IT-Chefs großer Konzerne haben dieses Bild korrigiert. Große Unternehmen tauschen Plattformen, in denen ihre Daten, Arbeitsabläufe und Compliance-Regeln stecken, nicht einfach aus. KI dürfte diese Abhängigkeit eher vergrößern.
Anders sieht es bei kleineren Firmen aus. Sie experimentieren eher mit günstigen KI-Lösungen. Für Salesforce mit seinem Fokus auf Großkunden wiegt das weniger schwer.
Vier Ebenen, ein Ökosystem
Überzeugt hat Liani der Aufbau der Strategie. Data 360 und Informatica liefern saubere Daten, Sales Cloud und Service Cloud die Geschäftslogik samt Berechtigungen. Darüber steuert Agentforce die KI-Agenten. Slack und das auf Anthropic basierende Claudeforce öffnen den Zugang per natürlicher Sprache.
Erste Zahlen stützen die These. Der wiederkehrende Jahresumsatz von Agentforce kletterte im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 auf 1,5 Milliarden US-Dollar, ein Plus von über 240 Prozent. Rund die Hälfte der Buchungen stammte aus nachgekauften Credits. Die Zahl der Slackbot-Nutzer legte zum Vorquartal um mehr als 150 Prozent zu.
Die Umsatzschätzungen hob die BofA entsprechend an. Für die Geschäftsjahre 2028 und 2029 erwartet sie 50,9 und knapp 56 Milliarden US-Dollar. Das entspräche Wachstumsraten von 9,9 und 10,1 Prozent, zuvor waren es 9,5 und 9,9 Prozent.
Der Haken
Ganz ohne Risiko ist die Geschichte nicht. Die KI-Erlöse sind noch klein, und Kunden müssen erst belegen, dass sich ihre Investitionen auszahlen. Hinzu kommt die Gefahr, dass externe KI-Oberflächen einen größeren Teil der Wertschöpfung an sich ziehen.
Die Aktie notierte zuletzt auf Tradegate bei 210,30 Euro, ein Plus von 0,31 Prozent. Marke für die Neubewertung ist nun das Kursziel von 285 US-Dollar. Ob die Agentforce-Zahlen im nächsten Quartalsbericht das Wachstum bestätigen, wird den Weg dorthin prägen.
Stand heute, 13. Oktober: Salesforce – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Salesforce investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 13. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
