Novartis setzt im Wettbewerb um neuartige Wirkstoffe verstärkt auf externe Kooperationen und erweitert das Portfolio in der Boten-Ribonukleinsäure-Forschung. Das Schweizer Pharmaunternehmen hat eine umfangreiche Lizenz- und Optionsvereinbarung mit Abogen Biosciences unterzeichnet. Im Zentrum des Abkommens steht der Wirkstoffkandidat ABO2203, für den sich der Konzern weltweite Exklusivrechte gesichert hat.
Der Schritt unterstreicht die Strategie, ausgewählte Entwicklungsprogramme über Kooperationen abzusichern. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, sieht die finanzielle Struktur des Abkommens substanzielle Zahlungen vor. Abogen Biosciences erhält vorab 575 Millionen US-Dollar.
Sollten sämtliche vertraglich fixierten Optionen ausgeübt und alle definierten Meilensteine erreicht werden, können weitere Zahlungen von bis zu 7,2 Milliarden US-Dollar hinzukommen. Neben dem Leitkandidaten umfasst die Vereinbarung Optionen auf zusätzliche Programme der Biotech-Gesellschaft.
Erweiterung bestehender Therapiebereiche
Parallel zu den Investitionen in neuartige Plattformen meldete das Unternehmen Fortschritte im angestammten Portfolio. Die US-Arzneimittelbehörde FDA genehmigte Rhapsido mit dem Wirkstoff Remibrutinib als erste Behandlung für Erwachsene mit symptomatischem Dermographismus, deren Beschwerden durch H1-Antihistaminika nicht ausreichend kontrolliert werden. Mit dieser Entscheidung wird das Einsatzgebiet des Präparats über die chronische spontane Urtikaria hinaus ausgeweitet.
Zugleich bereitet der Konzern weitere wissenschaftliche Veröffentlichungen vor. Auf dem Fachkongress MSToronto2026 kündigte das Unternehmen die Präsentation von insgesamt 46 Abstracts zu seinem Portfolio bei Multipler Sklerose an. Dazu zählen Daten aus der Phase-III-Studie NEOS zum Medikament Kesimpta bei pädiatrischer MS. Zudem sind Phase-III-Ergebnisse aus den Studien REMODEL-1 und REMODEL-2 zu Remibrutinib für den 23. Oktober angekündigt.
Solide Verfassung an den Finanzmärkten
Am Aktienmarkt spiegeln sich die Pipeline-Fortschritte in einem stabilen Handelsverlauf wider. Das Papier von Novartis legte im Tagesverlauf um 0,2 Prozent zu und notierte bei 127,24 Euro. Damit beläuft sich die Marktkapitalisierung des Konzerns auf rund 244,78 Milliarden Euro.
Die Kombination aus milliardenschweren Lizenzabkommen und anstehenden Studienergebnissen rückt nun vor allem die klinische Umsetzung der neuen Entwicklungsprogramme in den Fokus der Anleger.
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