Während Anleger der KI-Euphorie zunehmend misstrauen, flüchten sie in solide Dividendenwerte. Novartis profitiert davon. Der Pharmakonzern gehört zu den Schwergewichten, die den Schweizer Leitindex im Oktober fast allein nach oben ziehen.
Schweiz läuft Europa davon
Der Swiss Market Index legte im Oktober um 4,6 Prozent zu, der Euro Stoxx 50 verlor dagegen 3,2 Prozent. Es ist der stärkste Vorsprung der Schweizer Börse seit März 2020. Novartis gewann 6,7 Prozent, Roche zog um 12 Prozent an, Nestlé um 10 Prozent.
Die drei Konzerne stehen für knapp die Hälfte der Marktkapitalisierung des Index. Zusammen erklären sie den gesamten Monatsgewinn. Nur vier Titel im SMI gaben im Oktober nach.
Der Hintergrund: Investoren suchen Unternehmen mit stabilen Erträgen, soliden Bilanzen und geringer Konjunkturabhängigkeit. Sorgen um KI-Bewertungen, höhere Finanzierungskosten und politische Unsicherheit verstärken diesen Trend. Damian Burkhardt von EFG Asset Management verweist darauf, dass Anleger Alternativen zu überfüllten KI-Positionen suchen. Das kehrt eine frühere Abkehr von Gesundheitswerten um.
Neue MS-Daten als Rückenwind
Auch operativ gab es Neuigkeiten. Novartis stellte auf der Fachkonferenz MSToronto2026 Daten zu Remibrutinib vor, einem oralen BTK-Hemmer gegen schubförmige Multiple Sklerose. Die zulassungsrelevanten Studien Remodel-1 und Remodel-2 zeigten laut Unternehmen einen signifikant stärkeren Rückgang der Schübe als der Vergleichswirkstoff Teriflunomid. Rechnerisch trat nur noch rund ein Schub in 13 Jahren auf.
Das Sicherheitsprofil fiel robust aus. Signale für Leberprobleme gab es nicht, ein Punkt, der bei dieser Wirkstoffklasse genau beobachtet wird.
Bewertungsaufschlag wächst
Die Rally hat ihren Preis. Schweizer Aktien notieren mit dem höchsten Bewertungsaufschlag auf die Eurozone seit fast zwei Jahren. Das schmälert den Spielraum für weitere Kursgewinne.
Dagegen sprechen Prognosen von Bloomberg Intelligence: Das Gewinnwachstum der SMI-Unternehmen könnte 2027 auf 10 Prozent anziehen, auch dank eines schwächeren Franken, der Exporteuren hilft.
J. Safra Sarasin hob Schweizer Aktien diesen Monat auf „Outperform“ und nannte Währung, Zinsen und die nachlassende US-Konjunktur als Gründe. Eine Umfrage von Bank of America unter Fondsmanagern zeigt ebenfalls bessere Stimmung: Netto 16 Prozent sehen die Schweiz als bevorzugten europäischen Markt.
Stand heute, 24. Oktober: Novartis – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Novartis investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 24. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
