Novartis hebt die Prognose für das operative Kernergebnis an und trotzt damit dem Gegenwind durch Generika. Das Bild ist allerdings zweigeteilt: Das operative Geschäft läuft gut, unter dem Strich hinterlässt ein gescheitertes Studienprojekt tiefe Spuren.
Wachstumsmotoren liefern
Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 4 Prozent auf 14,52 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit rund 14,6 Milliarden Dollar gerechnet, die Erlöse lagen also minimal darunter. Beim Gewinn je Aktie übertraf der Konzern die Erwartungen dagegen klar: 2,46 Dollar standen 2,28 Dollar im Konsens gegenüber.
Das operative Kernergebnis legte um 11 Prozent auf 6,04 Milliarden Dollar zu. Getragen wurde das Wachstum von den jüngeren Präparaten. Das Brustkrebsmittel Kisqali wuchs währungsbereinigt um 37 Prozent, das Multiple-Sklerose-Medikament Kesimpta um 22 Prozent. Scemblix legte um 67 Prozent zu, der Cholesterinsenker Leqvio um 63 Prozent.
Generika setzen etablierten Produkten weiter zu. Die neuen Marken gleichen das bislang mehr als aus.
Abschreibung drückt den Nettogewinn
Die Bilanz zeigt ein anderes Gesicht. Das berichtete operative Ergebnis sackte um 59 Prozent auf 1,84 Milliarden Dollar ab, der Nettogewinn fiel um 70 Prozent auf 1,20 Milliarden Dollar. Hauptgrund ist eine teilweise Wertberichtigung von 1,9 Milliarden Dollar auf den Wirkstoffkandidaten del-desiran. Er verfehlte in einer späten Studie zur myotonen Dystrophie Typ 1 den primären Endpunkt.
Es handelt sich um eine Sonderbelastung, nicht um eine Schwäche im laufenden Geschäft. Dennoch zeigt der Fall, wie schnell Pipeline-Rückschläge die Bilanz treffen.
Höhere Ziele für 2026
Die Konsequenz aus den starken Marken: Für das Gesamtjahr erwartet Novartis beim Kernergebnis nun eine Entwicklung auf Vorjahresniveau oder einen Zuwachs im niedrigen einstelligen Prozentbereich, jeweils zu konstanten Wechselkursen. Bisher stand ein leichter Rückgang im Plan. Beim Umsatz bleibt es bei einem Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Konzernchef Vas Narasimhan verwies auf Prioritätsmarken, Neueinführungen und Produktivitätsmaßnahmen. Positive Daten aus einer späten Studie mit Remibrutinib bei schubförmiger Multipler Sklerose stützen zudem die Pipeline.
Die Aktie schloss am Montag in Zürich bei 127,48 Franken, ein Minus von 0,41 Prozent. Die Zahlen kamen erst am Dienstagmorgen. Wie der Markt die Anhebung der Ziele einpreist, zeigt sich also im heutigen Handel.
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