Der japanische Leitindex hat die Marke von 70.000 Punkten überschritten. Technische Indikatoren melden allerdings Überhitzung, ein Rücksetzer wird wahrscheinlicher.
Freitag brachte die Atempause
Zuvor hatte der Nikkei 225 zwei Handelstage in Folge zugelegt und dabei fast 3.500 Punkte gewonnen, ein Plus von 5,6 Prozent. Am Freitag folgte die Gewinnmitnahme: Der Index gab 0,94 Prozent ab und schloss bei 68.309 Punkten. Belastet haben Finanzwerte, Technologieaktien und Papierhersteller.
Der Start in die neue Woche fiel dann deutlich fester aus. Im frühen Handel markierte der Index ein Hoch bei 70.037,5 Punkten.
Warnsignale im Chart
Der Aufwärtstrend ist intakt. Der Kurs notiert über allen wichtigen gleitenden Durchschnitten, der SuperTrend liegt bei 68.031 Punkten. Das Momentum wirkt jedoch erschöpft. Der Relative-Stärke-Index steht bei knapp 73 und damit im überkauften Bereich. Der Money Flow Index erreicht sogar den Maximalwert von 100.
Hinzu kommt eine Doji-Kerze am Hoch. Sie steht für Unentschlossenheit und könnte ein Stocken des Anstiegs andeuten. Der Kurs liegt zudem rund 2,7 Prozent über dem 20-Perioden-Durchschnitt, ein Zeichen für eine steile, fast senkrechte Bewegung.
Wichtige Marken im Überblick:
- Unterstützung: 68.000 bis 68.200 Punkte (SuperTrend, VWAP, 20-Perioden-Durchschnitt)
- Zweite Auffangmarke: rund 66.877 Punkte (50-Perioden-Durchschnitt)
- Widerstand: 70.182,5 Punkte, darüber 71.000 und 72.000 Punkte
- Seitwärtszone mit viel Rauschen: 68.500 bis 69.500 Punkte
Fällt der Index unter den 20-Perioden-Durchschnitt bei etwa 68.150 Punkten, dürfte die Korrektur rasch bis zur nächsten Marke durchschlagen.
Rückenwind von der Wall Street
Das Umfeld stützt die Stimmung. Die US-Börsen schlossen am Freitag im Plus, der Nasdaq gewann 1,19 Prozent. Der US-Arbeitsmarktbericht fiel für September deutlich schwächer aus als erwartet. Die Renditen von US-Staatsanleihen gaben darauf spürbar nach. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinsanhebung der Fed auf ihrer Sitzung Ende des Monats.
Auch der Ölpreis entlastet. Die Sorte WTI verbilligte sich um 1,3 Prozent auf 91,70 Dollar je Barrel, nachdem Berichte über mögliche Dieselreserven der EU kursierten. Die Preise für Kraftstoffe waren wegen des Iran-Kriegs zuletzt stark gestiegen.
Im Inland stehen heute die September-Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor und die Gesamtwirtschaft an, dazu das Verbrauchervertrauen. Im August lag der Dienstleistungsindex bei 51,6, der Gesamtindex bei 52,5. Setzt sich der Ausbruch fort, rücken 71.000 Punkte ins Blickfeld. Ein Schlusskurs unter 68.000 Punkten würde das Bild dagegen eintrüben.
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