Nach zwei schwachen Handelstagen hat der Nikkei 225 kräftig zurückgeschlagen – und treibt die Rally nun so weit, dass selbst technische Indikatoren Alarm schlagen. Der Index nähert sich der Marke von 68.000 Punkten, doch die Geschwindigkeit des Anstiegs wirft die Frage auf, wie lange die Käufer noch durchhalten.
Vom Rücksetzer zum Rekordlauf
Der Nikkei beendete seine zweitägige Verlustserie, in der er rund 900 Punkte beziehungsweise 1,3 Prozent eingebüßt hatte, mit einem kräftigen Sprung. Am Mittwoch legte der Index 1.272,45 Punkte oder 1,94 Prozent zu und schloss bei 66.753,72 Zählern, nachdem er zwischen 66.014,48 und 66.946,14 Punkten gependelt hatte. Technologie-, Rohstoff-, Finanz- und Schifffahrtswerte trugen den Aufschwung.
Die Vorgaben aus den USA blieben derweil uneinheitlich. Der Dow Jones gab nach, während der Nasdaq zulegte und der S&P 500 leicht nachgab. Hintergrund war ein US-Inflationsbericht, der schwächer ausfiel als erwartet und die Markterwartung einer baldigen Zinserhöhung der Fed deutlich dämpfte.
Überhitzt, aber nicht ungebremst
Mittlerweile notiert der Index bei 67.947 Punkten und damit klar über seinem 200-Perioden-Durchschnitt bei 65.856 sowie dem SuperTrend-Signal bei 65.387 – eigentlich Zeichen eines intakten Aufwärtstrends.
Allerdings liefert der Money Flow Index eine extreme Lesart von 100, und der Kurs hat bereits das obere Bollinger-Band bei 67.740 durchbrochen. Historisch steigt bei dieser Kombination die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Gegenbewegung deutlich.
Auffällig ist zudem die schwache Trendstärke: Der ADX liegt bei nur 16,2 – für einen derart steilen Anstieg ungewöhnlich niedrig. Die Bewegung wirkt dadurch stärker getrieben von kurzfristigem Momentum als von breiter fundamentaler Überzeugung. Solange der Kurs über 66.700 Punkten bleibt, gilt die Aufwärtsbewegung technisch als intakt; ein Rückfall unter 67.000 würde dagegen als Warnsignal gewertet.
Am heutigen Donnerstag veröffentlicht die Bank von Japan ihren vierteljährlichen Tankan-Bericht. Erwartet wird ein Anstieg des Stimmungsindex der großen Industrieunternehmen auf +25 von zuvor +22, während die Investitionsausgaben der Großindustrie um 12,3 Prozent steigen sollen, nach 11,5 Prozent im Vorquartal.
Fällt der Bericht schwächer aus als erhofft, dürfte das zusätzlichen Druck auf die ohnehin überdehnte Rally ausüben – fällt er stärker aus, könnte er den fehlenden fundamentalen Unterbau liefern, der der Bewegung bislang fehlt.
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