Steigende Ölpreise haben den asiatischen Börsen zum Wochenstart die Laune verdorben. Der Nikkei 225 schloss am Montag mit 65.877,62 Punkten und damit 0,7 Prozent tiefer. Auslöser war eine Entwicklung, die auf den ersten Blick nichts mit Japan zu tun hat: US-Präsident Donald Trump lehnte über das Wochenende einen neuen iranischen Vorschlag zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus ab — einem der wichtigsten Nadelöhre des globalen Ölhandels.
Die Folge: Die Ölpreise legten zu, die Inflationssorgen kehrten zurück. Am US-Anleihemarkt zogen prompt die Renditen wieder an. Das belastet seit Wochen vor allem Technologiewerte — und drückt damit auch auf die Stimmung in Tokio, wo Exportwerte und Techtitel den Index stark prägen.
Charttechnik zeigt Erschöpfung
Unabhängig von der Ölpreis-Nachricht zeichnet sich im Tagesverlauf ein technisches Bild ab, das zur Vorsicht mahnt. Der Index bewegt sich seit Tagen in einer Spanne zwischen etwa 65.200 und 67.100 Punkten, ohne klare Richtung. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei rund 65.700 Punkten und bietet damit eine gewisse Unterstützung nach unten.
Der Trendstärke-Indikator ADX liegt derzeit nur bei rund 14 Punkten — ein Wert, der auf einen erschöpften Trend hindeutet. Auch der MACD ist ins Bearische gedreht. Für Chartbeobachter ist das ein Signal: Ausbrüche über die 67.100-Punkte-Marke sollten nur bei deutlich steigendem Volumen als belastbar gelten, da mehrere frühere Anläufe an dieser Marke bereits gescheitert sind.
Die Zone zwischen etwa 65.800 und 66.500 Punkten gilt charttechnisch als besonders unübersichtlich. Hier verlaufen mehrere gleitende Durchschnitte dicht beieinander, was kurzfristige Fehlsignale in beide Richtungen begünstigt.
Für die kommenden Handelstage bleibt die Straße von Hormus der entscheidende externe Faktor. Sollte sich der Ölpreisdruck fortsetzen, dürfte die Marke von 65.200 Punkten zum nächsten wichtigen Test werden. Hält sie, bleibt der langfristig positive Trend über der 200-Tage-Linie intakt.
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