Portugals Suche nach einem Nachfolger für die F-16-Flotte belebt den Wettbewerb auf dem europäischen Rüstungsmarkt. Der portugiesische Außenminister erklärte heute, das Land ziehe das US-Modell F-35 neben weiteren Optionen ernsthaft in Betracht.
Wie Reuters berichtet, gehört Leonardo neben Airbus und BAE Systems zu den Partnern hinter dem konkurrierenden Eurofighter Typhoon. Für die Italiener berührt dieser Schritt ein zentrales europäisches Beschaffungsvorhaben, bei dem die europäische Allianz gegen den US-Hersteller antritt.
An der Börse reagierten die Marktteilnehmer zurückhaltend auf die Signale aus Lissabon. Der Kurs von Leonardo liegt bei 45,85 Euro, was am heutigen Handelstag einem Minus von 0,5 Prozent entspricht. Damit notiert das Papier derzeit 31 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Kooperation für lunare Infrastruktur
Parallel zu den Entwicklungen im Militärflugzeugbau erweitert das Unternehmen seine technologischen Partnerschaften im Raumfahrtsektor. Am Dienstag unterzeichneten ispace, Leonardo und Telespazio eine Absichtserklärung.
Ziel ist es, gemeinsame Möglichkeiten bei der Satellitenkommunikation, Positionsbestimmung, Navigation und Zeitmessung rund um den Mond auszuloten. Die Vereinbarung schließt zudem Mondtransporte sowie die mögliche Nutzung des orbitalen Transferfahrzeugs von ispace ein.
Mit diesem Schritt vertiefen die Partner ihre Zusammenarbeit jenseits erdnaher Umlaufbahnen. Für das Raumfahrtgeschäft eröffnet die Vereinbarung neue Perspektiven in zukunftsträchtigen Missionsfeldern, in denen europäische und internationale Akteure ihre Kräfte bündeln.
Ausbau der Flugsimulation in Sesto Calende
Auch die eigene industrielle Basis baut Leonardo kontinuierlich aus. Am Montag weihte das Unternehmen ein 6.000 Quadratmeter großes Gebäude am Standort Sesto Calende ein, das auf Hubschrauber-Flugsimulatoren ausgerichtet ist.
Der neue Komplex vereint Entwicklung, Konstruktion, Produktion, Montage, Systemintegration sowie Tests und bietet Platz für bis zu fünf Simulatoren parallel. Die ersten dort gefertigten Systeme sind für Kunden in Italien und Asien vorgesehen.
Für Anleger richtet sich der Blick nach den jüngsten Weichenstellungen nun auf die Geschäftszahlen. Vor rund einem Monat erhielt Leonardo den GCAP-Sensorik-Vertrag, seitdem verlor die Aktie 8,6 Prozent an Wert. Fundierte Daten zur operativen Entwicklung folgen in wenigen Wochen: Am 6. November 2026 wird das Unternehmen vor Börseneröffnung die Ergebnisse für das dritte Quartal vorlegen.
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