Der Wahlsieg der US-Demokraten bei den Kongresswahlen hat an den internationalen Finanzmärkten für deutliche Umschichtungen gesorgt. Anleger trennten sich insbesondere von Technologie- und Rüstungswerten, da Marktteilnehmer bei diesen Branchen mit Ausgabenkürzungen zugunsten des US-Gesundheitssystems rechnen. Der Nasdaq Composite gab am Donnerstag um 5,5 Prozent nach, während der marktbreite S&P 500 um 4,4 Prozent sank.
Die Verkäufe erfassten auch andere Handelsplätze. In Tokio verlor der Leitindex Topix 6,2 Prozent.
In Europa gerieten vor allem Halbleiter- und Rüstungsunternehmen unter Druck. Der Technologiesektor stellte mit einem durchschnittlichen Minus von 3,3 Prozent die schwächste Branche an den europäischen Börsen. Papiere von Infineon verloren dabei 8,5 Prozent, während sich die Rotation aus Chiptiteln in konjunkturabhängige Werte fortsetzte.
Europäische Rüstungswerte unter Druck
Parallel dazu traf die politische Neuausrichtung in Washington die Verteidigungsbranche. Neben dem Wahlausgang belastete hier eine gesenkte Unternehmensprognose zusätzlich: Die Aktie von Rheinmetall knickte um 16,1 Prozent ein. Bei Renk betrug das Minus 5,2 Prozent, während Leonardo um 3,5 Prozent nachgaben.
Nicht alle Branchenvertreter schlossen sich der Abwärtsbewegung an. Hensoldt konnte sich mit einem Plus von 1,4 Prozent gegen den allgemeinen Trend stemmen, nachdem das Unternehmen die Erwartungen leicht übertroffen und die Umsatzprognose angehoben hatte. Gefragt waren an den europäischen Märkten derweil Chemiewerte, die im Schnitt um 1,5 Prozent zulegten.
Erste Stabilisierung am Terminmarkt
Am Freitagmorgen deutet sich an den Terminmärkten eine Beruhigung an. Für die europäischen Indizes zeichnet sich zwar ein leichterer Handelsstart ab, hektische Verkäufe blieben jedoch aus. Der DAX-Future verlor im frühen Handel 0,8 Prozent auf 26.218,00 Punkte bei eher geringen Umsätzen.
In den USA griffen Investoren im nachbörslichen Handel bei Werten wie Nvidia und Google bereits wieder zu. Die Terminkontrakte auf den Nasdaq 100 stiegen daraufhin um 0,7 Prozent. Marktbeobachter interpretieren den Kursrücksetzer vor dem bevorstehenden Börsengang von Anthropic als Marktbereinigung, die das Bewertungsniveau im Technologiesektor wieder anpassungsfähiger gemacht hat.
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