Eine Tablette pro Tag, und nach zwei Jahren hat fast drei Viertel der Patienten nahezu klare Haut. Johnson & Johnson legt neue Langzeitdaten zu seinem oralen Psoriasis-Wirkstoff Icotyde (Icotrokinra) vor. Sie stützen die Hoffnung, dass sich das Medikament dauerhaft im Markt etabliert.
Hohe Ansprechraten nach 112 Wochen
Die Daten stammen aus der Phase-3-Studie ICONIC-LEAD und wurden auf der Fall Clinical Dermatology 2026 präsentiert. Teilgenommen haben 684 Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis.
In Woche 112 erreichten mindestens 72 Prozent der behandelten Patienten einen PASI-90-Wert, also eine Hautverbesserung von mindestens 90 Prozent. Mindestens 70 Prozent hatten klare oder fast klare Haut. Das galt durchgehend von Woche 64 an.
Auch bei der vollständigen Abheilung blieben die Werte stabil. Mindestens 44 Prozent erreichten PASI 100. Der Juckreiz ließ bei 78 Prozent der Patienten dauerhaft spürbar nach. Neue Sicherheitssignale traten nicht auf.
Wiederbehandlung funktioniert
Interessant ist ein weiterer Befund. Patienten, die in Woche 24 mit PASI-90-Ansprechen aus der Behandlung genommen wurden, sprachen bei erneuter Gabe überwiegend wieder an: 85 Prozent erreichten innerhalb von 24 Wochen erneut PASI 90. Für eine chronische Erkrankung ist diese Wiederholbarkeit ein relevantes Argument bei der Therapiewahl.
J&J positioniert Icotyde als erstes und einziges gezielt wirkendes orales Peptid, das den IL-23-Rezeptor blockiert. Das Mittel ist in den USA, Europa, Japan und China zugelassen. In den USA gilt die Zulassung auch für Jugendliche ab 12 Jahren mit mindestens 40 Kilogramm Körpergewicht.
Pipeline reicht über Psoriasis hinaus
Der Konzern testet den Wirkstoff parallel in weiteren Indikationen. Dazu zählen Psoriasis-Arthritis, Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. In der Psoriasis laufen zudem Vergleichsstudien gegen Deucravacitinib und Ustekinumab. Fallen diese positiv aus, könnte sich Icotyde auch gegenüber etablierten Präparaten behaupten.
Die Langzeitdaten liefern dafür ein solides Fundament. Konkrete Umsatzprognosen nennt das Unternehmen nicht. Die laufenden ICONIC-Studien zu Psoriasis-Arthritis und Darmerkrankungen entscheiden, wie breit sich der Wirkstoff künftig einsetzen lässt.
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