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Symbolbild, KI-generiert

Hims & Hers Aktie: Rechtsstreit belastet

Das Telemedizinunternehmen Hims & Hers verzeichnete 2025 ein starkes operatives Wachstum, sieht sich jedoch zunehmend regulatorischen Prüfungen und einer Patentklage im Zusammenhang mit GLP-1-Abnehmpräparaten ausgesetzt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Starke Umsatz- und Gewinnsteigerung im Jahr 2025
  • Regulatorische und juristische Risiken belasten Aktienkurs
  • Novo Nordisk erhebt Patentklage gegen GLP-1-Produkte
  • Geplante Übernahme von Eucalyptus zur Internationalisierung

Hims & Hers liefert Rekordzahlen – und steht trotzdem unter Dauerbeschuss. Der Grund ist kein operatives Problem, sondern eine wachsende juristische und regulatorische Baustelle rund um zusammengesetzte GLP-1-Abnehmpräparate. Genau diese Unsicherheit drückt derzeit auf die Bewertung.

Kursziele fallen – Risiko rückt in den Fokus

Am Mittwoch (5. März) nahm der Druck spürbar zu: Mehrere Analysten senkten ihre Kursziele. Deutsche Bank reduzierte das Ziel von 42 auf 31 US-Dollar, Canaccord strich ebenfalls zurück und verwies darauf, dass ein Teil des Rechtsrisikos bereits im Kurs eingepreist sein könnte.

Die Aktie bleibt derweil volatil: Heute notiert sie bei 13,34 Euro und damit 2,52% im Minus. Auf 30 Tage betrachtet steht allerdings ein kräftiges Minus von 35,46% zu Buche – ein Hinweis darauf, wie stark die Unsicherheit das Papier zuletzt geprägt hat.

GLP-1: Der Streit um „Compounding“ eskaliert

Der Kern der Sorge liegt in einer Kontroverse, die Anfang Februar hochkochte. Das US-Gesundheitsministerium (HHS) verwies das Unternehmen an das Justizministerium (DOJ), um prüfen zu lassen, ob Bundesrecht verletzt wurde. Parallel warnte die FDA, sie werde „entschlossene Schritte“ einleiten, um GLP-1-Wirkstoffe für nicht zugelassene, stark vermarktete Compounding-Produkte einzuschränken.

Zusätzlich hat Novo Nordisk Klage eingereicht. Der Vorwurf: Hims & Hers verletze Patente, indem es günstigere, nicht zugelassene Kopien von Wegovy bzw. entsprechenden Injektionen massenhaft bewerbe. Novo Nordisk will gerichtlich erreichen, dass Hims den Verkauf solcher Produkte dauerhaft untersagt wird – und fordert Schadenersatz.

Für etwas Beruhigung sorgten laut Bericht Aussagen des Managements auf einer Morgan-Stanley-Konferenz. Diese trafen auf einen Markt, der nach der schwachen Q1-Prognose vom 23. Februar bereits ein sehr negatives Szenario eingepreist hatte, inklusive eines deutlichen Gegenwinds für das Geschäft mit zusammengesetzten Abnehmpräparaten.

Rekordjahr 2025 – und eine Expansion nach außen

Operativ zeigte Hims & Hers 2025 starkes Wachstum: Der Umsatz stieg um 59% auf 2,35 Mrd. US-Dollar. Unterm Strich stand ein Nettogewinn von 128 Mio. US-Dollar, das bereinigte EBITDA kletterte auf über 318 Mio. US-Dollar. Auch die Abonnentenzahl legte um 13% auf 2,5 Mio. zu, die Bruttomarge lag bei 73,8%.

Parallel setzt das Unternehmen auf Internationalisierung. Hims & Hers will Eucalyptus übernehmen und damit in Märkten wie Australien, Großbritannien und Deutschland schneller wachsen; neue Aktivitäten laufen zudem in Japan und Kanada an. Eucalyptus kommt laut Bericht auf eine jährliche Umsatz-Run-Rate von über 450 Mio. US-Dollar. Finanziert werden soll der Deal überwiegend aus vorhandenen Barmitteln sowie künftigen operativen Cashflows; der Abschluss wird – vorbehaltlich Genehmigungen – zur Jahresmitte 2026 erwartet.

Zum strategischen Bild passt auch der angekündigte Schwenk weg von umstrittenen Compounding-Medikamenten hin zu anderen Indikationen und KI-gestützter Gesundheitsversorgung. Wie viel Puffer diese Diversifikation im Ernstfall bietet, hängt vor allem davon ab, wie stark GLP-1-Erlöse durch Regulierung und Klageverfahren tatsächlich eingeschränkt werden.

In den kommenden Monaten stehen damit drei konkrete Taktgeber im Vordergrund: der Fortgang der Novo-Nordisk-Klage (noch frühes Stadium), die weitere Linie der FDA bei Compounding-GLP-1 sowie der geplante Abschluss der Eucalyptus-Übernahme zur Jahresmitte 2026.

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