Der Telemedizin-Anbieter Hims & Hers baut sein wichtigstes Wachstumsfeld radikal um. Das Unternehmen rückt von nachgemachten Abnehmpräparaten ab und setzt stattdessen auf teure Originale. Dieser Strategiewechsel birgt finanzielle Risiken für die anstehende Quartalsbilanz.
Neuer Fokus im Milliardenmarkt
Die US-Gesundheitsbehörde FDA verschärft den Blick auf kopierte GLP-1-Medikamente. Hims & Hers reagiert darauf mit einer strategischen Neuausrichtung. Eine Partnerschaft mit Novo Nordisk bringt nun Markenmedikamente wie Wegovy und Ozempic auf die Plattform.
Parallel dazu schränkt der Konzern das Angebot von günstigem, selbst gemischtem Semaglutid stark ein. Solche Präparate gibt es künftig nur noch für spezielle klinische Fälle. Das Management reagiert damit auf die breitere Verfügbarkeit der Originale.
Margendruck trotz Kundenwachstum
Die Umstellung auf Markenprodukte treibt die Kosten. Analysten erwarten für das erste Quartal 2026 einen spürbaren Gewinnrückgang. Der Konsens liegt bei einem Gewinn von 0,03 US-Dollar je Aktie. Die Schätzungen klaffen jedoch extrem weit auseinander.
Beim Umsatz rechnen Experten mit knapp 617 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Vorquartal wuchsen die Erlöse noch um fast ein Drittel.
Die Folge: Ein spürbar langsameres Tempo. Umso wichtiger wird die Entwicklung der Abonnentenzahlen. Ende 2025 zählte die Plattform mehr als 2,5 Millionen zahlende Nutzer. Das Abnehm-Programm lieferte dabei den größten Schub.
KI und neue Nischen
Um die Kundenbasis breiter aufzustellen, erweitert das Management das Angebot. Neue Bereiche wie Testosteron-Behandlungen und Menopause-Beratung sollen den Umsatz pro Nutzer steigern. Hinzu kommt der Einsatz künstlicher Intelligenz. Erst im Mai startete das Unternehmen einen KI-basierten Assistenten für Laborauswertungen.
Am morgigen Montag nach US-Börsenschluss präsentiert Hims & Hers die Quartalszahlen. Das Management muss dann belegen, dass das Geschäftsmodell auch mit teuren Original-Medikamenten profitabel bleibt. Ein schwaches Abonnentenwachstum oder sinkende Margen dürften den Aktienkurs am Dienstag unmittelbar unter Druck setzen.
Stand heute, 16. Oktober: Hims & Hers – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Hims & Hers investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 16. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
