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Hims & Hers Aktie: FTC fordert 15 Millionen Dollar

US-Behörden verklagen Hims & Hers wegen mutmaßlicher Datenweitergabe an Werbeplattformen und irreführender Abo-Methoden. Der Konzern weist die Vorwürfe zurück.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • FTC reicht Klage ein
  • Datenweitergabe an Meta und Snap
  • 15 Millionen Dollar Rückstellung gebildet
  • Morningstar sieht kein Burggraben-Rating

Der Telemedizin-Anbieter Hims & Hers sieht sich mit einer umfassenden Klage der US-Wettbewerbsbehörde FTC konfrontiert. Die Vorwürfe wiegen schwer: Das Unternehmen soll sensible Gesundheitsdaten von Patienten ohne deren ausdrückliche Zustimmung an große Werbeplattformen weitergegeben haben. Neben der Bundesbehörde haben sich auch die Bundesstaaten Utah und Kalifornien sowie der Bezirk Los Angeles der juristischen Auseinandersetzung angeschlossen, was den Druck auf den Konzern massiv erhöht.

Massive Vorwürfe zum Datenschutz und Abrechnungsmodell

Im Zentrum der Klage, die am Mittwoch eingereicht wurde, steht der Vorwurf des Datenmissbrauchs. Über Tracking-Pixel auf der Website des Unternehmens sollen Informationen über die Inanspruchnahme medizinischer Dienstleistungen an Plattformen wie Meta und Snap übermittelt worden sein. Dies steht im direkten Widerspruch zu den Privatsphäre-Versprechen, mit denen Hims & Hers um Kunden wirbt. Betroffen sind laut den Klägern sensible Bereiche wie psychische Gesundheit oder Behandlungen bei Haarausfall und erektiler Dysfunktion.

Zusätzlich zur Datenschutzthematik rügen die Behörden die Geschäftspraktiken im Abo-Bereich. Kunden seien ohne vorherige ärztliche Konsultation in kostenpflichtige Abonnements eingebucht worden. Berichten zufolge wurde der Kündigungsprozess zudem bewusst erschwert, indem die entsprechende Schaltfläche für Nutzer kaum auffindbar war. Die FTC stuft diesen Ablauf als irreführende Abrechnungspraxis ein, die darauf abziele, Kunden länger als gewollt in zahlungspflichtigen Verträgen zu binden.

Verteidigungsstrategie und finanzielle Vorsorge

Hims & Hers weist sämtliche Anschuldigungen entschieden zurück und bezeichnet die Klage als unbegründet. Das Unternehmen betont, man habe im Rahmen einer dreijährigen Untersuchung bereits umfangreiche Beweise vorgelegt, welche die Vorwürfe entkräften würden. Dennoch scheint sich der Konzern bereits seit Längerem auf juristische Konsequenzen vorbereitet zu haben. Bereits im Mai hatte das Unternehmen eine Rückstellung in Höhe von 15 Millionen US-Dollar für wahrscheinliche Verluste gebildet.

Die rechtliche Unsicherheit belastet die Stimmung an der Börse erheblich. Das Papier notiert aktuell bei 23,78 Euro und liegt damit deutlich unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 27,23 Euro. Zwar hat sich die Aktie von ihren Tiefstständen erholt und notiert derzeit rund 103,60 Prozent über dem 52-Wochen-Tief, doch die jüngsten Entwicklungen dämpfen den Optimismus für eine Fortsetzung der langfristigen Rallye.

Analysten mahnen zur Vorsicht trotz Wachstumshoffnung

Die Experten von Morningstar bleiben skeptisch und vergeben dem Unternehmen weiterhin kein wirtschaftliches Burggraben-Rating („No Moat“). Die Unsicherheit bezüglich des Geschäftsmodells wird als sehr hoch eingestuft. Während die Unternehmensführung für das Jahr 2030 einen Umsatz von 6,5 Milliarden US-Dollar und ein bereinigtes EBITDA von 1,3 Milliarden US-Dollar anvisiert, prognostiziert Morningstar lediglich einen Umsatz von 4,3 Milliarden US-Dollar.

Ein möglicher Hoffnungsschimmer für Anleger könnte im Bereich der GLP-1-Präparate und Peptide liegen. Ein Gremium der US-Gesundheitsbehörde FDA hat sich kürzlich positiv zu mehreren Peptiden geäußert, was als Wachstumstreiber für das Telemedizin-Angebot gewertet wird. Dennoch wiegt das rechtliche Risiko schwer: Die Klage stellt das bisherige digitale Wachstumsmodell, das stark auf gezieltem Marketing und automatisierten Abonnements basiert, auf den Prüfstand. Sollten die Behörden Recht bekommen, könnte dies tiefgreifende Änderungen an den internen Prozessen und der Kostenstruktur des Unternehmens erzwingen.

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Diskussion zu Hims & Hers

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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