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BP Aktie: Raffinerien-Boom stützt die Bilanz?

Analysten erwarten mehr als 7 Milliarden Dollar bereinigten Gewinn; Wertberichtigungen und Bilanzentwicklung bleiben wichtige Faktoren.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Analystenschätzung: Gewinn über 7 Milliarden Dollar
  • BP erwartet höhere Erträge im Produktgeschäft
  • Nettoschulden sollen auf 13,5–14,5 Milliarden Dollar sinken
  • Wertberichtigungen von 3,0–4,5 Milliarden Dollar angekündigt

BP rückt vor den Quartalszahlen als möglicher Profiteur der kriegsbedingt starken Raffineriegeschäfte in den Blick. Reuters berichtete gestern über eine Analysteneinschätzung, die BP unter den europäischen Ölkonzernen bevorzugt. Der bereinigte Gewinn könnte demnach mehr als 7 Milliarden $ erreichen, nach 5,7 Milliarden $ im Vorquartal. Das ist eine Erwartung, noch kein gemeldetes Ergebnis.

Raffineriegeschäft stützt die Gewinnerwartung

Reuters zufolge dürften die Ölkonzerne im dritten Quartal von den Verwerfungen durch den Iran-Krieg profitieren. Höhere Ergebnisse aus Raffinerien und Handel stehen dabei im Mittelpunkt. Für BP passt diese Einschätzung zu dem bereits veröffentlichten Zwischenbericht: Das Unternehmen erwartet einen kräftigen Ergebnisbeitrag durch bessere Raffineriemargen.

BP bezifferte den erwarteten zusätzlichen Gewinnbeitrag im Produktgeschäft gegenüber dem Vorquartal auf 1,9–2,1 Milliarden $. Diese Prognose stammt aus der Handelsmitteilung vom 13. Oktober.

Damit hat die optimistische Gewinnerwartung einen konkreten operativen Anknüpfungspunkt. Entscheidend ist allerdings die Trennung zwischen dem erwarteten Margenbeitrag und dem gesamten Konzernergebnis. Ein stärkeres Raffineriegeschäft allein beschreibt noch nicht sämtliche Belastungen des Quartals.

Erwarteter Schuldenrückgang stärkt die Bilanz

Neben dem operativen Geschäft steht die Bilanz im Fokus. BP prognostizierte eine Nettoverschuldung von 13,5–14,5 Milliarden $, nach 22,3 Milliarden $ Ende Juni. Auch diese Werte sind als Erwartung für das Quartalsende zu verstehen, nicht als bereits bestätigte Abschlusszahlen.

Der angekündigte Rückgang würde die günstigere Raffinerieentwicklung um eine zweite unternehmensspezifische Verbesserung ergänzen. Für Anleger geht es deshalb nicht nur um die Höhe des Gewinns. Ebenso wichtig ist, ob sich die erwartete Entlastung der Bilanz in den veröffentlichten Ergebnissen bestätigt.

Wertberichtigungen begrenzen das positive Bild

Den erwarteten Verbesserungen stehen Belastungen gegenüber. BP kündigte vor gut einer Woche Wertberichtigungen nach Steuern von 3,0–4,5 Milliarden $ an. Sie betreffen vor allem das Gasgeschäft und die Aktivitäten für den Übergang zu emissionsärmeren Energien.

Das erklärt, warum eine hohe Erwartung für den bereinigten Gewinn nicht mit einem entsprechend starken Ergebnis nach sämtlichen Belastungen gleichzusetzen ist. Raffineriemargen, Nettoverschuldung und Wertberichtigungen müssen getrennt beurteilt werden.

Die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 will BP am 30. Oktober veröffentlichen. Dann lässt sich prüfen, ob das stärkere Raffineriegeschäft und der erwartete Schuldenabbau die optimistische Einschätzung tatsächlich tragen.

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Felix Baarz

Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Kapitalmarktexperten seit August 2026 Beiträge zu Analystenstimmen, Quartalszahlen und Übernahmen sowie Marktberichte zu DAX und europäischen Märkten.Quellen dieses Ressorts: Analystenstudien und Researchmitteilungen der Häuser, Quartals- und Geschäftsberichte, Angebotsunterlagen und Pflichtmitteilungen bei Übernahmen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.