Der Castrol-Verkauf ist vollzogen, und BP bleibt dem Schmierstoffgeschäft trotzdem erhalten. Der Finanzinvestor Stonepeak hat die Mehrheit übernommen, die Briten behalten einen Minderheitsanteil. An der Börse dominiert heute allerdings ein anderes Thema.
Stonepeak übernimmt das Steuer
Stonepeak hat den Erwerb von 65 Prozent an Castrol abgeschlossen. BP hält weiterhin 35 Prozent. Der kanadische Pensionsfonds CPP Investments beteiligt sich indirekt als Minderheitsinvestor an der Transaktion.
Mit dem Abschluss entsteht ein neuer Verwaltungsrat. Den Vorsitz übernimmt Ben van Beurden, Chairman von Clariant und früherer Shell-Chef. Das Gremium besteht aus vier unabhängigen Mitgliedern, drei Vertretern von Stonepeak, zwei von BP und einem von CPP Investments.
Castrol soll mit der neuen Eigentümerstruktur mehr finanzielle und operative Flexibilität erhalten. Stonepeak will sich zunächst auf operative Verbesserungen und nachhaltiges Wachstum konzentrieren. Die Marke ist in mehr als 150 Ländern präsent und beschäftigt über 6.000 Mitarbeiter.
Ölpreis belastet die Aktie
Für die Aktie zählte heute jedoch vor allem der Rohölmarkt. BP gab deutlich nach, ebenso Shell und TotalEnergies. Der Grund: Brent fiel kräftig. Marktteilnehmer richten den Blick dabei auf die Iran-Diplomatie, die den Ölpreis weiter bewegen dürfte.
Aus Berlin kam zusätzlich ein politisches Signal. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche will einen Spritpreisdeckel nur im äußersten Notfall zulassen und knüpft ihn an Bedingungen, die Kritiker für kaum erreichbar halten. Die Obergrenze soll erst bei extremen Preisausschlägen greifen. Für Mineralölkonzerne wie die Aral-Mutter BP ist das Risiko damit begrenzt, die Kursreaktion erklärt der Deckel aber nicht.
Der Castrol-Abschluss liefert BP Mittel und Fokus, der Ölpreis bestimmt jedoch weiter die Richtung. Beim Verkauf selbst ist alles geklärt, bei Brent und der Diplomatie rund um den Iran nicht.
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