Steigende Anleiherenditen und wachsende politische Nervosität in Großbritannien haben die Aktien des Bankensektors gestern spürbar belastet. Auch die Papiere von Barclays verloren Medienberichten zufolge knapp vier Prozent an Wert. Auslöser der Verkäufe waren scharf anziehende Renditen britischer Staatsanleihen, anhaltende Sorgen um die öffentlichen Finanzen sowie hohe Ölpreise im Vorfeld der Haushaltsvorlage für Oktober.
Die Verunsicherung am Markt beschleunigte sich, nachdem bekannt wurde, dass Spitzenmanager führender britischer Geldhäuser zu Beratungen mit dem Finanzminister gerufen wurden. Unter den Teilnehmern war auch die Führung von Barclays. Die Einberufung nährte an den Märkten umgehend Befürchtungen über mögliche zusätzliche Abgaben oder Sondersteuern für den Bankensektor.
Am heutigen Freitag stabilisiert sich das Papier: Im Handel steht Barclays bei 5,26 Euro, was einem leichten Tagesplus von 0,1 Prozent entspricht. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Minus von 3,3 Prozent.
Milliardenschweres Rückkaufprogramm läuft weiter
Parallel zu den makroökonomischen Turbulenzen treibt das Institut seine Kapitalmaßnahmen voran. Wie die Bank mitteilte, wurden zwischen dem 21. und 25. September insgesamt 17.922.212 Stammaktien zum Zwecke der Einziehung erworben. Die Käufe sind Teil des am 29. Juli 2026 angekündigten Aktienrückkaufprogramms. Bis zu diesem Stichtag summierte sich die Zahl der im Rahmen dieses Programms zurückgekauften Anteile auf 129.220.383 Stück.
Zum Monatsende aktualisierte das Institut zudem seine Stimmrechtsdaten. Zum 30. September 2026 belief sich die Gesamtzahl der ausgegebenen Stammaktien mit Stimmrecht auf 13.372.261.916. Eigene Aktien hielt das Geldhaus zu diesem Zeitpunkt nicht.
Für den gesamten September wurden 2.187.284 Stammaktien neu zum Handel zugelassen. Zudem reduzierte Barclays seine meldepflichtige Position an Senior PLC: Die Beteiligung an dem Unternehmen, die zuvor bei 5,05 Prozent gelegen hatte, unterschritt am 30. September die Meldeschwelle.
Personalpolitik und heimische Initiativen
Neben den Kapitalmarktaktivitäten beschäftigten interne Themen die Führungsetage. Nach deutlicher Kritik aus der Belegschaft schwächte das Management am 29. September die Pläne für eine verpflichtende Rückkehr an die Büroarbeitsplätze ab. Bestimmte Mitarbeiter in Großbritannien können die Verpflichtung zu mindestens drei Tagen Präsenz pro Woche nach Genehmigung durch Führungskräfte bis ins Jahr 2027 aufschieben.
Zuvor hatte die Gewerkschaft Unite am 17. September mitgeteilt, dass tausende Beschäftigte einen Protestbrief unterzeichnet hatten. Die Arbeitnehmer forderten finanzielle Unterstützung für Fahrkosten sowie Ausnahmeregelungen für Kollegen mit einem einfachen Pendelweg von mehr als 40 Minuten. Die Bank betonte, Übergangsregelungen für Mitarbeiter bereitzustellen, deren Lebensumstände eine Einhaltung der Vorgaben derzeit verhindern.
Gleichzeitig sucht das Institut den Schulterschluss mit der britischen Wirtschaft. Am 22. September startete die Bank die Initiative „Backing Britain’s Future“. Im Rahmen dieses Programms hat sich Barclays dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2030 rund 1,5 Millionen Unternehmen und Gründer zu unterstützen.
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