Gleich zwei wichtige regulatorische Einstufungen stärken die Krebs-Pipeline des US-Pharmakonzerns AbbVie. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Telisotuzumab Adizutecan, kurz Temab-A, zwei sogenannte Breakthrough Therapy Designations zuerkannt.
Die Auszeichnung soll die klinische Entwicklung und Prüfung von Therapien beschleunigen, die bei schwerwiegenden Erkrankungen ein erhebliches Potenzial zeigen. An der Börse notiert die Aktie vorbörslich bei 253,60 Euro und liegt damit nur 0,9 Prozent unter ihrem gestern markierten 52-Wochen-Hoch von 256,00 Euro.
Vorstoß bei Lungen- und Darmkrebs
Die Sonderstatus-Vergaben der FDA zielen auf zwei unterschiedliche Indikationen ab. Zum einen betrifft die Einstufung den Einsatz von Temab-A in Kombination mit Bevacizumab zur Behandlung von Patienten mit refraktärem metastasiertem Kolorektalkarzinom.
Zum anderen sprach die Behörde den Status für die Anwendung als Monotherapie bei vorbehandeltem, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) mit Nicht-Plattenepithel-Histologie aus, sofern ein EGFR-Wildtyp sowie eine c-Met-Expression vorliegen.
Für AbbVie sind diese Fortschritte in der Onkologie ein zentraler Baustein, um das Geschäftsportfolio neben der traditionsgemäß starken Immunologie breiter aufzustellen. Antikörper-Wirkstoff-Konjugate gelten in der Krebstherapie als gezielte Waffen gegen Tumorzellen, bei denen Wirkstoffe direkt an den Zielstrukturen ansetzen.
Studiendaten und optimistische Analysten
Parallel zu den regulatorischen Erfolgen in der Onkologie baut das Unternehmen auch seine Kernsparte weiter aus. Am 11. Oktober kündigte AbbVie im Rahmen des Kongresses des American College of Gastroenterology 2026 insgesamt 22 wissenschaftliche Abstracts aus seinem Portfolio für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen an.
Darunter finden sich Ergebnisse der Phase-3-Studie AFFIRM, bei der die subkutane Verabreichung von Skyrizi bei Morbus Crohn in Woche 12 eine signifikant höhere klinische Remission sowie ein besseres endoskopisches Ansprechen als Placebo erzielte.
Die klinischen Entwicklungen fanden auch an der Wall Street Beachtung. Am 8. Oktober hoben Medienberichten zufolge gleich zwei Analysehäuser ihre Erwartungen an. JPMorgan setzte das Kursziel für AbbVie von 285 $ auf 300 $ herauf und bestätigte die Einstufung mit „Overweight“.
Am selben Tag erhöhte Cantor Fitzgerald das Ziel von 285 $ auf 290 $, ebenfalls bei einem unveränderten „Overweight“-Votum. Die Analysten honorieren damit die anhaltenden Pipeline-Erfolge des Konzerns.
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