Zwei EU-Zulassungen an einem Tag — das gab es für AbbVie selten. Die Europäische Kommission hat RINVOQ (Upadacitinib) sowohl für die Behandlung von nicht-segmentaler Vitiligo als auch für schwere Alopecia areata freigegeben. Für ein Präparat, das ohnehin schon zu den tragenden Säulen des Konzerns zählt, ist das ein weiterer Ausbau der Indikationsbreite.
Zwei Autoimmunerkrankungen, ein Wirkstoff
Bei der Vitiligo-Zulassung ist RINVOQ nun das erste und einzige systemische Medikament in der EU für diese Form der Hauterkrankung, die für rund 84 Prozent aller Vitiligo-Fälle verantwortlich ist. Die zugrundeliegende Phase-3-Studie Viti-Up zeigte nach 48 Wochen eine statistisch signifikante Repigmentierung von Körper und Gesicht gegenüber Placebo.
Bei Alopecia areata stützt sich die Zulassung auf das UP-AA-Studienprogramm. Dort erreichte RINVOQ in beiden getesteten Dosierungen nach 24 Wochen einen SALT-Score von 20 oder niedriger — ein Maß für den Kopfhautbehang. Bemerkenswert: RINVOQ ist der erste JAK-Hemmer, der in dieser Zeitspanne bei einem Teil der Patienten vollständigen Haarwuchs (SALT-Score 0) gegenüber Placebo erzielte.
Beide Erkrankungen gelten fälschlicherweise oft als rein kosmetische Probleme, tatsächlich aber steigt bei Betroffenen das Risiko für Depressionen und Angststörungen deutlich. Genau hier setzt AbbVie an — RINVOQ ist inzwischen in der EU für ein breites Spektrum von atopischer Dermatitis über Rheuma bis hin zu Riesenzellarteriitis zugelassen.
Pipeline-Ausbau als Wachstumshebel
Die beiden Zulassungen fügen sich in ein größeres Bild: AbbVie zählt neben Novo Nordisk und anderen Schwergewichten zu den Unternehmen, die im Wettlauf um Autoimmun- und Entzündungstherapien ihre Marktposition kontinuierlich ausbauen. RINVOQ ist dabei längst nicht mehr nur ein Nachfolgeprodukt für das auslaufende Humira-Patent, sondern ein eigenständiger Wachstumstreiber mit wachsender Indikationsliste.
Für Patienten in Europa mit schwerer Alopecia areata oder nicht-segmentaler Vitiligo bedeutet die Zulassung konkret: Ein neues systemisches Therapieangebot steht ab sofort zur Verfügung, nachdem die Behandlungsoptionen bislang begrenzt waren.
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