Vinci zieht bei seiner jüngsten Deutschland-Übernahme die nächste Stufe. Die Konzerntochter VINCI Energies will die Aktionäre von All for One vollständig herauskaufen und das SAP-Dienstleistungshaus von der Börse nehmen. Der Schritt folgt unmittelbar auf den Vollzug des Übernahmeangebots.
67,50 Euro je Aktie in bar
Die Bieterin, eine hundertprozentige indirekte Vinci-Tochter, bietet den verbliebenen Aktionären 67,50 Euro je All-for-One-Aktie in bar. Das Delisting-Angebot steht unter keinen Bedingungen. Die Angebotsunterlage soll nach Gestattung durch die BaFin veröffentlicht werden.
Beide Seiten haben dazu heute eine Delisting-Vereinbarung unterzeichnet. Darin verpflichtet sich All for One, den Widerruf der Zulassung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse zu beantragen. Wirksam würde er frühestens mit Ablauf der Annahmefrist.
Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen das Vorhaben. Sie beabsichtigen, den Aktionären die Annahme zu empfehlen, vorbehaltlich der Prüfung der Angebotsunterlage.
Streubesitz auf rund 13 Prozent geschrumpft
Der Hintergrund ist die veränderte Aktionärsstruktur. Das vorangegangene Übernahmeangebot wurde am 13. Oktober vollzogen, seither hält die Bieterin rund 87,33 Prozent der Aktien. Der Streubesitz liegt damit nur noch bei etwa 12,67 Prozent.
Die Folge: geringe Liquidität und niedrige Handelsvolumina. Nach Einschätzung der Gesellschaft steht der administrative und regulatorische Aufwand der Börsennotierung nicht mehr in angemessenem Verhältnis zum Nutzen. Das Delisting soll Komplexität und laufende Kosten senken.
Integration in das Axians-Netzwerk
Strategisch geht es um den Ausbau des IT-Geschäfts von VINCI Energies. All for One soll in das Netzwerk von Axians eingebunden werden, der Marke des Konzerns für Informations- und Kommunikationstechnologie. Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2024/25 einen Umsatz von 504 Millionen Euro und betreut über 4.500 Kunden, überwiegend in Deutschland, Österreich, Polen und der Schweiz.
All-for-One-Chef Michael Zitz spricht von einem „Startschuss“ für den gemeinsamen Weg. Ziel sei es, zum führenden Partner für End-to-End-Transformationen in Europa zu werden.
Der nächste konkrete Schritt ist die BaFin-Gestattung der Angebotsunterlage. Danach beginnt die Annahmefrist, und erst an deren Ende kann das Delisting wirksam werden.
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