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Symbolbild, KI-generiert

Vinci Aktie: Paris plant höhere Abgabe

Der Haushaltsentwurf sieht höhere Abgaben für Autobahn- und Flughafenbetreiber vor; Morgan Stanley schätzt mögliche Gewinneinbußen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Vinci-Aktie verlor 2,5 Prozent
  • Steuersatz soll auf 12,2 Prozent steigen
  • Morgan Stanley erwartet neun Prozent weniger Nettogewinn
  • Autonome Shuttles fuhren über 40.000 Kilometer

Gestern gaben die Papiere von Vinci um 2,5 Prozent nach und schlossen bei 109,55 Euro. Auslöser für den Abgabedruck im französischen Infrastruktursektor sind Pläne der Regierung in Paris. Der Haushaltsentwurf für das Jahr 2027 sieht eine spürbare Anhebung der Sonderabgabe für Betreiber von Fernverkehrsinfrastruktur vor. Neben Vinci gerieten dadurch auch Wettbewerber wie Eiffage und ADP unter Verkaufsdruck.

Deutliche Steuererhöhung im Haushaltsentwurf

Laut der Tageszeitung Le Monde soll der Steuersatz von derzeit 4,6 Prozent auf künftig 12,2 Prozent klettern. Der Schritt zielt direkt auf die Betreiber von Autobahnen und Großflughäfen ab. Der französische Branchenverband ASFA kritisierte die Pläne der Regierung umgehend als schweren Eingriff.

Nach Verbandsangaben droht dem Sektor ein sprunghafter Anstieg der jährlichen Belastung. Das Steueraufkommen könnte von 600 Millionen Euro im Jahr 2026 auf 1,4 Milliarden Euro im Jahr 2027 steigen. Branchenvertreter warnen vor empfindlichen Einschnitten bei künftigen Investitionen in die Verkehrswege.

Die Analysten von Morgan Stanley bezifferten die potenziellen Folgen gestern genauer. Für Vinci rechnen die Experten durch die geplante Maßnahme mit einer Schmälerung des Nettogewinns um rund 9 Prozent. Im gesamten betroffenen Infrastruktursektor könnte das Jahresergebnis für 2027 um 9 bis 12 Prozent sinken.

Der Markt reagierte empfindlich auf die drohende Belastung. Im gestrigen Handel markierte die Vinci-Aktie zeitweise ein neues 52-Wochen-Tief bei 105,05 Euro. Anleger sorgen sich vor allem um die künftigen Mittelzuflüsse im margenstarken Konzessionsgeschäft, das traditionell eine wichtige Ertragssäule des Konzerns bildet.

Autonomes Fahren und neue Aufträge

Abseits der politischen Debatte um Steuerlasten treibt der Konzern technologische Vorhaben voran. Am Montag meldete die Sparte Vinci Autoroutes den erfolgreichen Verlauf eines Modellversuchs auf der Autobahn A10. Bei dem Pilotprojekt legten zwei elektrisch betriebene autonome Shuttles mehr als 40.000 Kilometer ohne Zwischenfälle im Testbetrieb zurück. Mit dem Feldversuch erprobt das Unternehmen neue Mobilitätskonzepte für das Fernstraßennetz.

Zusätzlich stärkte der Konzern Mitte September sein internationales Dienstleistungsgeschäft. Die Sparte Vinci Energies sicherte sich einen neuen, mehrjährigen Auftrag zur Instandhaltung eines Stromverteilnetzes in Schweden. Während das operative Geschäft in verschiedenen Bereichen weiterläuft, bestimmen kurzfristig vor allem die budgetpolitischen Signale aus Paris die Stimmung der Anleger.

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