Der Robyg-Börsengang dominiert seit Tagen die Schlagzeilen rund um TAG Immobilien — doch gestern kam eine weitere Meldung hinzu: Gleich zwei Vorstandsmitglieder haben im Rahmen der Aktiendividende neue Aktien erworben.
Vorstandsmitglied Claudia Hoyer und Finanzvorstand Martin Thiel haben am 22. Juni Aktien durch Ausübung von Bezugsrechten zugeteilt bekommen. Beide Transaktionen erfolgten zum Preis von 13,09 Euro je Aktie außerhalb eines regulären Handelsplatzes — ein technischer Vorgang im Zuge der Aktiendividende, kein freiwilliger Marktkauf.
Robyg-IPO bringt frisches Kapital
Inhaltlich schärfer ist die Entwicklung bei der polnischen Tochter Robyg. Der IPO wurde gestern erfolgreich abgeschlossen: 37 Millionen Aktien wurden zu 34 Zloty je Aktie platziert, was einem Gesamterlös von rund 295 Millionen Euro entspricht. Davon fließen rund 200 Millionen Euro direkt an TAG Immobilien. Der Handelsstart an der Warschauer Börse ist für den 2. Juli geplant. Nach dem Börsengang hält TAG noch 66 Prozent an Robyg.
Das ist angesichts einer Nettoverschuldung von rund 3,5 Milliarden Euro kein schlechter Zeitpunkt für frisches Kapital. Der Erlös verschafft dem MDax-Konzern finanziellen Spielraum — auch wenn die Zinsunsicherheit weiterhin auf der Aktie lastet.
Jefferies bleibt optimistisch
Jefferies hat die Einstufung für TAG Immobilien auf „Buy“ mit einem Kursziel von 17 Euro belassen. Das ist deutlich über dem aktuellen Kursniveau — wobei die Analysten gleichzeitig auf eine technisch wichtige Unterstützungszone bei 12,42 Euro verweisen, die bei anhaltend unsicherem Zinsumfeld getestet werden könnte.
Für Aktionäre bleibt damit das Bild zweigeteilt: strukturelle Entschuldungsfortschritte durch den Robyg-IPO auf der einen Seite, zinssensibles Umfeld und technischer Druck auf der anderen. Der Handelsbeginn der Robyg-Aktien am 2. Juli dürfte zeigen, wie der Markt die neue Eigenständigkeit der polnischen Tochter bewertet.
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