Wall Street startet mit zwei Gesichtern in die Woche. Der Nasdaq markiert ein neues Rekordhoch, der Dow Jones rutscht ins Minus. Der S&P 500 liegt dazwischen und notiert zuletzt rund 0,4 Prozent im Plus bei 7.757 Punkten, knapp unter seinem Tageshoch.
Zinssorgen lassen nach, Renditen nicht
Auslöser der Kauflaune sind die Daten der Vorwoche. Die Verbraucherpreise legten im August schwächer zu als erwartet, der Arbeitsmarktbericht für September fiel deutlich schwächer aus als prognostiziert. Die Folge: Die am Terminmarkt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung im Oktober sank auf 21,6 Prozent, nach 70,9 Prozent vor einer Woche.
Die Anleiherenditen laufen allerdings in die Gegenrichtung. Die zehnjährige Rendite steigt um knapp vier Basispunkte auf 5,315 Prozent. Marktanalystin Daniela Hathorn von Capital.com sieht dahinter mehr als Geldpolitik: hohe Realzinsen, hohe Staatsverschuldung und der Wettbewerb um Kapital verlangten eine höhere Laufzeitprämie.
Für Aktien entstehe so eine ungewöhnliche Lage. Wachstumswerte steigen, weil die Zinserwartungen sinken, während der risikolose Zins als Bewertungsmaßstab extrem hoch bleibt.
Breite Streuung unter den Branchen
Die Branchenbilder fallen kräftig auseinander. Broker-Aktien sprangen gemessen am NYSE Arca Broker/Dealer Index um 3,3 Prozent nach oben. Ölservice-Titel gewannen ebenfalls 3,3 Prozent, obwohl der Rohölpreis nachgab. Auch Software- und Ölproduzenten legen zu, Transportwerte geben nach.
Im Dow belasten deutliche Verluste bei Merck, Nike und Salesforce. Das erklärt, warum der Leitindex mit 51.100 Punkten leicht im Minus liegt, während der marktbreitere Index steigt.
Der ISM-Index für den Dienstleistungssektor sank im September auf 54,9 Punkte, nach 55,4 im August. Ökonomen hatten 55,0 erwartet. Ein Wert über 50 signalisiert weiter Wachstum, die Konjunktur kühlt also nur leicht ab.
In Europa belasten Sorgen um die Staatsfinanzen einiger Eurozonen-Länder die Stimmung. Der Euro fiel zeitweise auf den tiefsten Stand seit Mai 2025. Der DAX notiert 0,2 Prozent im Plus, der französische CAC 40 verliert 0,8 Prozent.
Am Mittwoch veröffentlicht die US-Notenbank das Protokoll ihrer jüngsten Zinssitzung. Es könnte zeigen, wie ernst die Währungshüter eine Anhebung noch nehmen. Bleiben die Renditen über 5 Prozent, steht die Bewertungsfrage für den Index weiter im Raum.
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