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Symbolbild, KI-generiert

Silber Preis: Rutsch unter 56,50 Dollar droht

US-Inflationsdaten und Renditen belasten Silber, während strukturelle Nachfrage aus Solarenergie, Elektromobilität und KI bestehen bleibt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Silber schloss bei 57,13 US-Dollar
  • Elf Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt
  • Unterstützung bei 56,50 US-Dollar im Blick
  • Fed-Treffen Ende Oktober als nächster Termin

Die Verunsicherung an den Finanzmärkten hält das Edelmetall Silber in Atem. Nach deutlichen Schwankungen in den vergangenen Tagen suchen Anleger nach einer tragfähigen Orientierung, während die Nervosität an den globalen Aktienmärkten zunimmt.

Der Schlusskurs am Freitag lag an der COMEX bei 57,13 USD je Feinunze. Damit notiert das Edelmetall 11 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 64,31 USD, was den anhaltenden Druck der vergangenen Wochen unterstreicht.

Belastungsfaktoren und geldpolitische Unsicherheit

Für anhaltende Bewegung am Markt sorgen vor allem die Erwartungen an die US-Geldpolitik. US-Inflationsdaten belasten Silber weiterhin im Hintergrund, da stärkere Verbraucher- und Erzeugerpreisdaten die Spekulationen auf eine straffe Gangart der Notenbank angeheizt haben.

Kelvin Wong, Senior-Marktanalyst bei OANDA, verwies gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters darauf, dass die jüngsten Teuerungstrends hartnäckig blieben und die Märkte entsprechend sensibel auf Zinsaussichten reagierten. Zeitweise dämpften zwar Äußerungen aus den Reihen der US-Notenbank Federal Reserve die Furcht vor einer unmittelbaren Zinsverschärfung, doch Klarheit herrscht keineswegs.

Gleichzeitig sorgten Turbulenzen an den Aktienmärkten und Verkäufe bei Technologiewerten für zwischenzeitliche Umschichtungen. In Phasen erhöhter Volatilität griffen einige Marktteilnehmer wieder vermehrt zu Edelmetallen, um Risiken abzufedern. Dennoch bleibt das Umfeld fragil, da steigende Renditen festverzinslicher Anlagen die Attraktivität des unverzinslichen Edelmetalls belasten.

Charttechnische Marken und nächste Termine

Vor diesem Hintergrund rücken wichtige technische Schwellen in den Fokus. Michael J. Kramer von Mott Capital Management sieht nach dem Rutsch unter kurzfristige Halteniveaus weitere Abwärtsrisiken für das Metall. Sollte die Unterstützungszone um 56,50 USD brechen, könnte aus technischer Sicht ein Rücksetzer in Richtung der Marke von 50 USD drohen.

Rufas Kamau von Equiti skizzierte als Basisszenario eine Handelsspanne von Mitte 50 bis Mitte 60 USD je Feinunze, wobei der weitere Pfad maßgeblich davon abhängt, wie stark künftige Zinsschritte eingepreist werden.

Die Entscheidung über den weiteren Trend dürfte maßgeblich von den Notenbanken abhängen. Das Treffen der Federal Reserve am 27. und 28. Oktober gilt am Markt als der nächste entscheidende Termin für die Zinspolitik. Zudem steht am 23. Oktober der nächste Bericht der US-Aufsichtsbehörde CFTC zu den Positionierungen an den Terminmärkten an.

Parallel dazu behalten Investoren fundamentale Daten im Blick: Michael DiRienzo, Präsident und CEO von The Silver Institute, hob die strukturelle Nachfrage aus Bereichen wie Solarenergie, Elektromobilität und KI-Rechenzentren hervor. Angebotsdefizit am Silbermarkt bleibt somit ein langfristiger Begleiter, der kurzfristig jedoch von der Zinsdebatte überlagert wird.

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