Peter Brandt hält beim Silberpreis ein endgültiges Tief für möglich, sieht die Bodenbildung aber noch nicht als abgeschlossen. In seiner heute veröffentlichten Einschätzung verweist er auf einen fallenden Keil in Tages- und Wochencharts. Die entscheidende Einschränkung: Dessen untere Begrenzung wurde bislang nicht erreicht. Seine Analyse spricht damit für eine mögliche Stabilisierung, nicht für eine bereits bestätigte Trendwende.
Untere Keilgrenze bleibt ein Risiko
Brandt verortet die untere Keilkante bei etwa 48 US-Dollar je Feinunze. Das mögliche endgültige Tief sieht er knapp unter dieser Unterstützung.
Damit schließt seine optimistischere Einschätzung einen erneuten Rücksetzer ausdrücklich nicht aus. Die Annäherung an einen Boden und dessen Bestätigung sind unterschiedliche Signale. Für Anleger ist diese Unterscheidung wesentlich: Brandts Analyse lässt Spielraum für weitere Schwäche, bevor ein möglicher Ausbruch das Chartbild verbessert.
Preise im niedrigen Vierzigerbereich erwartet Brandt inzwischen nicht mehr. Zugleich rechnet er nach einem Ausbruch mit einem langsamen Anstieg. Seine These zielt also nicht auf eine unmittelbar bevorstehende, steile Rally. Sie beschreibt vielmehr den möglichen Übergang von der Abwärtsbewegung in eine allmähliche Erholung.
Gegenposition und nächster Belastungstest
Eine deutlich vorsichtigere Bewertung vertritt MarketGauge-Strategin Michele Schneider. In einem Interview mit KITCO News bezeichnete sie 35 US-Dollar je Feinunze als möglicherweise attraktives Niveau für Silber. Das ist keine Aussage, dass der Preis dieses Niveau erreichen muss. Es zeigt aber, wie weit die Einschätzungen zu einem günstigen Einstieg auseinanderliegen.
Brandt argumentiert mit einer möglichen charttechnischen Bodenbildung. Schneider nennt dagegen ein tieferes Niveau, das aus ihrer Sicht attraktiv werden könnte. Beide Aussagen sind bedingt und liefern weder eine bestätigte Untergrenze noch eine Gewissheit über den weiteren Kursverlauf.
Der nächste Belastungstest folgt mit dem US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Ein starker Bericht könnte Silber wieder in Richtung der unteren Keilbegrenzung drücken. Händler rechnen weiterhin mehrheitlich mit einer Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember.
Die jüngste Unterstützung durch einen schwächeren Dollar und sinkende Treasury-Renditen beseitigt dieses Risiko nicht. Für Brandts Bodenbildungsthese zählt deshalb mehr als die Fortsetzung der Erholung: Entscheidend bleibt der von ihm erwartete Ausbruch. Bis dahin ist seine Einschätzung ein vorsichtig positives Szenario mit offenem Rückschlagrisiko.
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