Scout24 setzt den Aktienrückkauf fort, während Goldman Sachs den Bewertungsrahmen für die Aktie vorsichtiger absteckt. Gestern meldete das Unternehmen den Erwerb von 50.000 eigenen Aktien in der vergangenen Woche. Das neue Wochenvolumen dokumentiert die Fortsetzung des Programms. Es belegt für sich genommen aber keine weitere Beschleunigung der Rückkäufe.
Rückkauf liefert keinen Wachstumsnachweis
Seit dem 1. Juni summierten sich die Käufe bis einschließlich Freitag auf 2.699.898 Aktien. Damit steht neben der Bewertung durch Analysten eine konkrete Kapitalmaßnahme des Unternehmens im Mittelpunkt. Rückkäufe und operative Entwicklung müssen Anleger allerdings getrennt betrachten: Der Erwerb eigener Aktien sagt nichts darüber aus, wie sich das Geschäft entwickelt.
Die jüngste Meldung ist deshalb vor allem ein Nachweis der weiteren Umsetzung des Programms. Für die Bewertung des Wachstumspotenzials ist dagegen die Einschätzung zum Privatkunden-Abogeschäft relevant. Hier setzt Goldman Sachs einen optimistischeren Akzent als der Konsens, obwohl das Analysehaus sein Kursziel reduziert hat.
Niedrigeres Kursziel trotz Wachstumspotenzial
Am Freitag senkte Goldman Sachs das Kursziel für Scout24 von 108 auf 101 Euro. Die Kaufempfehlung blieb bestehen. Die Zielsenkung ist damit keine Abkehr von der positiven Einstufung, sondern eine zurückhaltendere Einschätzung des möglichen Kursniveaus.
Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig. Eine Kaufempfehlung und ein sinkendes Kursziel widersprechen sich nicht: Das Analysehaus kann weiterhin Potenzial erkennen und zugleich seine Bewertung nach unten anpassen.
Beim Privatkunden-Abogeschäft nannte Goldman Sachs eine mögliche Wachstumserwartung von 11 % gegenüber einer Konsensprognose von 8 %. Diese Werte sind Erwartungen, keine gemeldeten Geschäftsergebnisse. Die optimistischere Annahme für diesen Bereich darf daher nicht mit bereits erreichtem Wachstum gleichgesetzt werden.
Quartalsmitteilung als nächster Prüfpunkt
Parallel dazu veröffentlichte Scout24 am Freitag eine Stimmrechtsmitteilung zu David G. Brown. Sein Gesamtstimmrechtsanteil sank infolge einer Aktienveräußerung zum Stichtag 24. September von 3,15 % auf 2,9994375 %. Diese Veränderung betrifft die Beteiligungsstruktur und ist vom Rückkauf eigener Aktien zu unterscheiden.
Der nächste angekündigte Veröffentlichungstermin ist der 4. November: Dann steht die Quartalsmitteilung für das dritte Quartal 2026 an. Bis dahin ergibt sich eine differenzierte Einordnung: Scout24 führt sein Rückkaufprogramm weiter, Goldman Sachs bleibt bei seiner Kaufempfehlung, setzt das Kursziel jedoch niedriger an. Der entscheidende Unterschied liegt zwischen vollzogenen Aktienkäufen und noch nicht bestätigten Wachstumserwartungen.
Stand heute, 13. Oktober: Scout24 – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Scout24 investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 13. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
