Die Aktie der Scout24 SE blickt auf eine ereignisreiche Handelswoche zurück. Nachdem das Papier am Donnerstag im Zuge der Veröffentlichung der neuen Quartalszahlen zunächst deutlich unter Druck geraten war, setzte am Freitag eine spürbare Gegenbewegung ein. Zum Wochenausklang beendete der Wert den Handel bei 74,50 €, was einem Zuwachs von 3,33 % gegenüber dem Vortag entspricht. Damit notiert das Papier derzeit 38,07 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das vor genau einem Jahr markiert wurde.
Zweistelliges Wachstum bei Umsatz und Ergebnis
Das Unternehmen legte am Donnerstag die Bilanz für das zweite Quartal 2026 vor. Scout24 konnte den Umsatz in diesem Zeitraum um 20,0 % steigern, während das bereinigte Ergebnis je Aktie um 18 % zulegte. Das organische Wachstum belief sich dabei auf 10,4 %. In der ersten Jahreshälfte summierte sich das Umsatzplus auf 17,0 %.
Maßgeblich getrieben wurde die Entwicklung durch eine starke Nachfrage im B2B-Kundensegment. Zudem trugen die Ende Februar 2026 vollständig übernommenen spanischen Plattformen Fotocasa und Habitaclia zum Wachstum bei. Diese Expansion über den deutschen Heimatmarkt hinaus wirkt sich jedoch vorübergehend belastend auf die Marge aus. Während das Geschäft mit gewerblichen Kunden florierte, blieb die Zahl der privaten Nutzer laut Medienberichten hinter den Erwartungen des Marktes zurück.
Fokus auf Künstliche Intelligenz und Kapitalrückführungen
Parallel zur operativen Geschäftsentwicklung treibt der Konzern seine technologische Transformation voran. Im Juni verzeichnete die Plattform ImmoScout24 rund 3,3 Millionen KI-gestützte Suchinteraktionen. Dies entspricht einem massiven Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat. Bereits im Mai hatte Scout24 auf seinem Capital Markets Day das „Agentic OS for Real Estate“ vorgestellt. Diese Plattform soll Immobilienprofis durch Automatisierung bei der Bewältigung ihrer Aufgaben unterstützen.
Für die Anleger bleibt das Thema Kapitalrückführung zentral. Das Management bestätigte die Jahresprognose für 2026, die ein Umsatzwachstum zwischen 16 % und 18 % vorsieht. Für die zweite Jahreshälfte kündigte Scout24 zudem eine Genehmigung für Aktienrückkäufe im Volumen von 220 Millionen Euro an. Bereits im April hatte der Vorstand ein Programm beschlossen, das über das Gesamtjahr 2026 Rückkäufe von bis zu 350 Millionen Euro vorsieht. Die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr war im Juni auf 1,50 Euro je Aktie angehoben worden.
Analysten bewerten Erholungschancen positiv
In den Reaktionen auf das Zahlenwerk zeigen sich Analystenhäuser weitgehend optimistisch, auch wenn die kurzfristige Kursreaktion am Donnerstag negativ ausfiel. Experten bewerten die Ergebnisse trotz der Schwäche bei den privaten Nutzerzahlen als weitgehend erwartungskonform.
Die Analysten der UBS haben ihr Kursziel für Scout24 gestern auf 115 Euro angehoben und ihre Kaufempfehlung bestätigt. Zeitgleich nahm die DZ Bank den Wert in ihre Auswahl-Liste für langfristige Aktienideen auf. Analyst Karsten Oblinger beziffert den fairen Wert des Titels in seiner aktuellen Einschätzung auf 95,00 Euro. Auch weitere Häuser wie Goldman Sachs und Berenberg passten ihre Zielmarken gestern an und raten weiterhin zum Kauf der Aktie. Ein wesentlicher Faktor für die positiven Einschätzungen bleibt die robuste Positionierung im B2B-Bereich sowie die langfristigen Potenziale durch die Integration neuer KI-Lösungen.
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