Starkes Wachstum, aber eine schrumpfende Marge: Scout24 hat im dritten Quartal beides geliefert und zieht daraus eine leicht optimistischere Umsatzprognose. Die Aktie legte am Mittwoch zeitweise um fast fünf Prozent zu und zählte zu den Gewinnern im DAX.
Zukäufe in Spanien treiben die Erlöse
Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um fast ein Fünftel auf 198 Millionen Euro. Bereinigt um die Übernahme der spanischen Plattformen Fotocasa und Habitaclia lag das Plus bei zehn Prozent. Der Zukauf erklärt also knapp die Hälfte des Wachstums.
Das bereinigte Ebitda wuchs um 16 Prozent auf knapp 121 Millionen Euro. Weil der Umsatz schneller zulegte als das operative Ergebnis, ging die Marge um zwei Prozentpunkte auf 60,9 Prozent zurück.
Getragen wurde das Quartal vor allem von der Nachfrage nach Abonnements im Professional-Segment. Auch im Private-Segment verzeichnete das Unternehmen Zuwächse. Scout24 setzt dabei zunehmend auf KI-Assistenten.
Prognose leicht angehoben
Konzernchef Ralf Weitz rechnet für 2026 nun mit einem Umsatzplus von rund 18 Prozent. Bislang hatte die Spanne bei 16 bis 18 Prozent gelegen. Die Marge soll weiterhin bis zu 61 Prozent erreichen, bereinigt um die Spanien-Effekte bis zu 64 Prozent.
Zum Vergleich: 2025 hatte Scout24 den Umsatz um 15 Prozent auf 650 Millionen Euro gesteigert, bei einer operativen Marge von 62,5 Prozent. Weitz zeigte sich zuversichtlich, die Dynamik auch 2027 fortführen zu können.
Jefferies-Analyst Giles Thorne sprach von einem insgesamt soliden Zahlenwerk. Umsatz und bereinigtes operatives Ergebnis fielen etwas besser aus als erwartet. Im frühen Handel notierte die Aktie bei 86,50 Euro, womit sie ihre jüngste Erholung fortsetzte und wieder eine leicht positive Jahresbilanz erreichte.
Der Marktreaktion nach zu urteilen, wiegt für Investoren das Wachstum schwerer als der Margenrückgang. Dieser ist größtenteils zukaufsbedingt: Ohne die Spanien-Effekte peilt Scout24 für das Gesamtjahr weiterhin bis zu 64 Prozent Marge an und liegt damit über dem Vorjahreswert.
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