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Rwe Aktie: Equinor mischt Uniper-Poker auf

Mehrere Interessenten konkurrieren um Uniper; Versorgungssicherheit und mögliche politische Vorbehalte könnten die Auswahl des Bundes beeinflussen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Equinor reichte ein unverbindliches Angebot ein
  • Brookfield und CPPIB treten gemeinsam an
  • Rund 58 Prozent Speicherfüllstand in Deutschland
  • RWE-Aktie legte auf Tradegate 0,61 Prozent zu

Im Bieterrennen um den verstaatlichten Düsseldorfer Versorger Uniper wird das Feld unübersichtlicher. Neben Rwe und dem Finanzinvestor KKR gelten inzwischen der norwegische Konzern Equinor sowie ein Konsortium aus Brookfield und dem kanadischen Pensionsfonds CPPIB als aussichtsreiche Konkurrenten. Für Rwe könnte das den Weg zum Zuschlag erschweren.

Breites Bieterfeld

Der Bund hält seit der Rettung im Zuge der russischen Gaskrise 2022 rund 99 Prozent der Uniper-Anteile und will sie wieder abgeben. Equinor und das Brookfield-Konsortium sollen fristgerecht unverbindliche Angebote eingereicht haben.

Berichten zufolge bot auch der tschechische Konzern EPH des Milliardärs Daniel Křetínský mit. Zeitweise sollen rund zehn Parteien im Rennen gewesen sein, darunter der japanische Versorger Jera und die kanadische Pensionskasse Caisse de dépôt et placement du Québec. Wer davon noch dabei ist, bleibt offen.

Equinor hätte strategisch einiges zu bieten. Die Norweger fördern viel Erdgas und könnten Uniper langfristig beliefern. Uniper bringt Gashandel, Speicher, LNG-Zugang und Kraftwerke mit. Die Geschäftsbeziehung besteht bereits: Ende August schlossen beide einen größeren Liefervertrag.

Allerdings könnte ein ausländischer Eigentümer politische Bedenken wecken. Das wiederum dürfte Rwe als heimischem Bieter in die Karten spielen.

Gasversorgung bleibt heikel

Der Hintergrund ist brisant. Die Gasspeicher in Deutschland sind nur zu knapp 58 Prozent gefüllt, die Straße von Hormus ist wegen des Iran-Kriegs weiter blockiert.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat deshalb den bundeseigenen Versorger Sefe angewiesen, bis zum 15. Dezember 8 Terawattstunden Gas einzuspeichern. Das Thema Versorgungssicherheit dürfte den Verkaufsprozess bei Uniper zusätzlich prägen, weil Gashandel und Speicher dort zum Kerngeschäft zählen.

Rwe an der Börse

Die Aktie notierte am Vormittag auf Tradegate mit einem Plus von 0,61 Prozent bei 59,64 Euro. Die Kursziele von sieben Analysten liegen zwischen 68 und 75 Euro. Das entspricht einem Potenzial von gut 14 bis knapp 26 Prozent.

Rwe zahlte zuletzt eine Dividende von 1,20 Euro je Aktie. Ob der Konzern im Uniper-Poker zum Zug kommt, hängt davon ab, ob der Bund Equinor und die Finanzinvestoren als ernsthafte Käufer zulässt oder die nationale Lösung bevorzugt.

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Diskussion zu Rwe

Felix Baarz

Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Kapitalmarktexperten seit August 2026 Beiträge zu Analystenstimmen, Quartalszahlen und Übernahmen sowie Marktberichte zu DAX und europäischen Märkten.Quellen dieses Ressorts: Analystenstudien und Researchmitteilungen der Häuser, Quartals- und Geschäftsberichte, Angebotsunterlagen und Pflichtmitteilungen bei Übernahmen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.