Der US-Pharmakonzern Pfizer sieht sich mit einer neuen juristischen Auseinandersetzung in den Vereinigten Staaten konfrontiert, während das Unternehmen zugleich Fortschritte in der klinischen Entwicklung vorweist.
Wie Reuters berichtet, reichte Floridas Generalstaatsanwalt James Uthmeier gestern Klage gegen Pfizer sowie gegen CEO Albert Bourla ein. Dem Vorwurf zufolge soll das Unternehmen Verbraucher hinsichtlich der Sicherheit und Wirksamkeit seines COVID-19-Impfstoffs getäuscht haben.
Der Bundesstaat Florida fordert vor Gericht eine entsprechende Anordnung, finanzielle Strafen sowie die Herausgabe von Gewinnen. Für das Management um Bourla bedeutet dieser Schritt erneuten juristischen Klärungsbedarf im Zusammenhang mit dem Impfstoffgeschäft früherer Jahre.
Klinischer Erfolg bei Neurodermitis
Auf operativer Ebene konnte Pfizer gestern hingegen eine positive Nachricht aus der Wirkstoffforschung vermelden. Wie das Unternehmen mitteilte, erreichte eine Phase-2-Studie mit dem Kandidaten Tilrekimig bei erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis ihren primären Endpunkt.
Über alle untersuchten Dosierungen hinweg zeigte sich in Woche 16 eine statistisch signifikante Verbesserung beim Kriterium EASI-75 gegenüber der Gabe eines Placebos.
Solche Fortschritte in der klinischen Pipeline gelten für forschende Pharmaunternehmen als wesentlicher Baustein, um künftiges Wachstum außerhalb pandemiebedingter Sonderkonjunkturen abzusichern.
Onkologie-Kongress und Behördenvereinbarung
Parallel zu den Studienergebnissen bereitet Pfizer die Präsentation weiterer Forschungsdaten vor. Am Montag kündigte der Konzern an, auf dem ESMO-Kongress vom 23. bis 27. Oktober in Madrid vertreten zu sein. Dort sollen Daten aus 45 Abstracts vorgestellt werden, darunter elf Beiträge im Rahmen mündlicher Präsentationen.
Zudem wurden Details zu Vereinbarungen mit US-Behörden bekannt. Wie Bloomberg unter Verweis auf Dokumente berichtet, stimmte Pfizer zu, einen Teil der zusätzlichen Nettoeinnahmen aus höheren Auslandspreisen für bestimmte bestehende Medikamente an das US-Gesundheitsministerium (Department of Health and Human Services) abzuführen.
Der genaue Prozentsatz sowie die betroffenen Präparate sind in den Unterlagen geschwärzt. Die Regelung gilt vom 1. Januar 2026 bis zum 20. Januar 2029.
Kurs bleibt auf Jahressicht stabil
Am Markt führten die juristischen Schritte aus Florida zu keinen größeren Verwerfungen. Im heutigen Handel notiert die Pfizer-Aktie bei 25,09 Euro und verbucht ein leichtes Kursplus von 0,3 Prozent. Mit diesem Niveau liegt der Titel lediglich 1,7 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
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