Pfizer hebt die Jahresziele an und liefert im dritten Quartal mehr, als der Markt erwartet hatte. Hinter dem Plus steht vor allem ein Blutverdünner, der die Schwäche der Corona-Produkte mehr als auffängt. Die Aktie zeigte sich im vorbörslichen US-Handel dennoch kaum bewegt.
Zahlen über den Erwartungen
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,87 Dollar, Analysten hatten mit 0,73 Dollar gerechnet. Der Umsatz erreichte 16,6 Milliarden Dollar und übertraf die Schätzungen von rund 15,9 Milliarden Dollar. Im Vorjahresvergleich blieb er allerdings praktisch unverändert.
Der Grund liegt in der Zweiteilung des Geschäfts. Ohne Comirnaty und Paxlovid wuchsen die Erlöse operativ um 7 Prozent. Paxlovid brach um 63 Prozent ein, Comirnaty verlor 29 Prozent. Auch Prevnar gab um 10 Prozent nach, wegen geringerer Impfquoten in den USA.
Eliquis legte dagegen um 25 Prozent zu, ein Plus von 513 Millionen Dollar. Pfizer verweist auf höhere Nettopreise in den USA durch geringere Rabatte und einen günstigeren Kanalmix sowie auf höhere globale Nachfrage. Der Preiseffekt dürfte damit einen guten Teil des Sprungs erklären.
Neue Wachstumsträger
Die Produkte, die Pfizer neu eingeführt oder zugekauft hat, wuchsen operativ um 32 Prozent. Padcev kletterte um 55 Prozent, Lorbrena um 43 Prozent und Nurtec um 33 Prozent. Die Vyndaqel-Familie steuerte ein Plus von 12 Prozent bei.
Das stützt den Ausblick. Der Konzern erwartet für 2026 nun einen Umsatz von 62 bis 64 Milliarden Dollar, zuvor waren es 60,5 bis 62,5 Milliarden. Beim bereinigten Gewinn je Aktie steht die Spanne bei 2,95 bis 3,05 Dollar statt bisher 2,80 bis 3,00 Dollar. Die Mitte liegt damit etwa auf Höhe der Analystenschätzungen von 2,96 Dollar.
Belastet wird das Ergebnis durch eine einmalige Forschungsabgabe von 650 Millionen Dollar für die Lizenzvereinbarung mit Innovent Biologics. Sie kostet rund 0,10 Dollar je Aktie und ist in der Prognose bereits enthalten. Die Forschungsausgaben stiegen im Quartal um 18 Prozent, vor allem wegen Onkologie- und Adipositas-Kandidaten.
Kapitalverwendung
Aktionäre bekamen in den ersten neun Monaten 7,3 Milliarden Dollar an Dividenden, das entspricht 1,29 Dollar je Aktie. Aktienrückkäufe gab es 2026 bislang nicht, und die Prognose sieht auch keine mehr vor. Zunächst will Pfizer die Bilanz weiter entschulden. Die verbleibende Ermächtigung beläuft sich auf 3,3 Milliarden Dollar.
Die neue Finanzchefin Cecile Guegan begleitet die Zahlen erstmals. Im Fokus stehen nun die angekündigten Pipeline-Meilensteine, darunter acht Studienstarts in zentralen Programmen, die seit August angelaufen sind.
Stand heute, 3. November: Pfizer – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Pfizer investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 3. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
