Pfizer erweitert seine frühe Forschungspipeline im Bereich neuartiger Wirkmechanismen. Der US-Pharmakonzern schloss gestern eine weltweite Forschungs- und Lizenzvereinbarung mit dem französischen Biotech-Unternehmen Enodia Therapeutics ab, die ein potenzielles Gesamtvolumen von über 500 Millionen US-Dollar umfasst.
An der Börse stieß der Schritt auf Zuspruch: Im gestrigen Handel legte die Pfizer-Aktie um 3,4 Prozent auf 26,20 Euro zu und rückte damit bis auf einen Abstand von 1,0 Prozent an ihr zeitgleich markiertes 52-Wochen-Hoch von 26,47 Euro heran.
Kooperation für Sec61-Hemmer vereinbart
Gegenstand der Partnerschaft mit Enodia Therapeutics ist die Entdeckung und Weiterentwicklung selektiver niedermolekularer Inhibitoren des Sec61-Translocons. Das Zielprotein spielt eine Schlüsselrolle beim Proteintransport in Zellen und gilt als vielversprechender Ansatzpunkt für die Behandlung von Erkrankungen in den Bereichen Immunologie, Onkologie sowie bei entzündlichen Leiden.
Die Programme von Enodia befinden sich derzeit noch in der frühen Entdeckungsphase; bislang befindet sich kein Wirkstoff des Unternehmens in klinischen Studien.
Die vertragliche Aufteilung sieht vor, dass Enodia die frühe Wirkstofffindung auf Basis der hauseigenen Technologieplattform steuert. Pfizer übernimmt im Anschluss die Verantwortung für die gesamte klinische Entwicklung, die Produktion sowie die weltweiten behördlichen Zulassungsverfahren und den Vertrieb.
Die finanzielle Vereinbarung setzt sich aus einer Vorauszahlung sowie Meilensteinzahlungen für Entwicklungs- und Vertriebserfolge zusammen, ergänzt um gestaffelte Lizenzgebühren auf künftige Nettoumsätze. Pfizer Ventures war bereits im Januar 2026 an einer Seed-Finanzierungsrunde für Enodia über 20,7 Millionen Euro beteiligt gewesen.
Fortschritte im Impfstoffportfolio
Parallel zur Stärkung der Onkologie- und Immunologieforschung trieb Pfizer die späte klinische Erprobung seines Impfstoffbereichs voran. Für den multivalenten Pneumokokken-Konjugatimpfstoffkandidaten PG4 startete eine Phase-3-Studie bei Erwachsenen.
In der randomisierten und dreifach verblindeten Untersuchung werden drei verschiedene Herstellungschargen des Neuentwurfs mit dem bereits zugelassenen Vakzin Prevnar 20 verglichen, um Verträglichkeit, Sicherheit und Immunogenität über einen Nachbeobachtungszeitraum von sechs Monaten zu prüfen.
Der Ausbau der eigenen Pipeline erfolgt vor dem Hintergrund bevorstehender Patentabläufe bei älteren Präparaten bis zum Jahr 2028. Im zweiten Quartal 2026 steigerte Pfizer den Umsatz um 3 Prozent auf 15,0 Milliarden US-Dollar, gestützt auf Zuwächse bei neueren und übernommenen Produkten.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Konzern mit einem Umsatz zwischen 60,5 und 62,5 Milliarden US-Dollar. Die Vorlage der nächsten detaillierten Quartalszahlen wird für den 3. November 2026 erwartet.
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