Veröffentlichte Vertragsunterlagen zwischen dem US-Gesundheitsministerium HHS und Pfizer werfen ein Schlaglicht auf die künftigen Preismechanismen im US-Pharmamarkt.
Wie Bloomberg berichtete, sieht eine Vereinbarung zur Meistbegünstigung vor, dass Pfizer einen Teil zusätzlicher Erlöse an das Ministerium abtritt, falls der Konzern infolge des Deals Arzneimittelpreise im Ausland anhebt. Der genaue Anteilssatz sowie die betroffenen Medikamente blieben in den Dokumenten geschwärzt.
Die Papiere wurden infolge einer Klage nach dem Informationsfreiheitsgesetz publik. Medienberichten vom 22. September zufolge blieben durch die umfangreichen Schwärzungen wesentliche Fragen offen, wie die Abmachungen mit anderen US-Preisinitiativen zusammenhängen und welche konkreten wirtschaftlichen Vorteile sich für die beteiligten Pharmaunternehmen ergeben.
Parallel dazu hatte das Weiße Haus am 18. September mitgeteilt, dass die Medicaid-Programme aller 50 US-Bundesstaaten am sogenannten GENEROUS-Modell zur Meistbegünstigung teilnehmen werden. Pfizer gehört zu den Herstellern, die eine entsprechende Vereinbarung mit der US-Regierung geschlossen haben.
Wachstumsbeitrag neuer Produkte
Die regulatorischen Rahmenbedingungen im Heimatmarkt bleiben ein zentrales Thema für das Management. Auf der Morgan Stanley Global Healthcare Conference am 14. September ging Pfizer-Chef Albert Bourla auf politische Risiken, anstehende Patentabläufe sowie den Wettbewerb durch chinesische Biotech-Firmen ein. Zugleich hob das Unternehmen die Entwicklung jüngerer Arzneien hervor.
Neue Produkte sowie über Unternehmenstransaktionen erworbene Vermögenswerte generieren laut Unternehmensangaben auf annualisierter Basis ein Volumen von rund 13 Milliarden $. Dieser Bereich verzeichnete ein Wachstum im Bereich von 20 Prozent. Damit versucht Pfizer, anstehende Umsatzausfälle durch auslaufende Patentschutze abzufedern.
Auf der Managementebene gab es zudem eine interne Transaktion: Laut einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC erwarb Bourla am 16. September 22 Phantom-Aktieneinheiten über den aufgeschobenen Vergütungsplan des Unternehmens, die nach dem Ausscheiden aus dem Dienst in bar abgerechnet werden.
Notierung nahe dem Jahreshoch
An den europäischen Handelsplätzen zeigt sich die Aktie von den Debatten um die US-Gesundheitspolitik weitgehend unbeeindruckt. Mit einem aktuellen Kurs von 25,09 Euro notiert das Papier nur rund 1,0 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 25,34 Euro.
Die jüngste Kursstabilisierung spiegelt das Vertrauen wider, dass die Expansion des Portfolios den Druck durch staatliche Preisregulierungen und auslaufende Monopole kompensieren kann. Ob die neuen Modelle zur Meistbegünstigung das internationale Preisgefüge von Pfizer spürbar verändern, hängt von der praktischen Umsetzung der vertraglichen Vereinbarungen ab.
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