Bei der Mercedes-Benz Group verschärft sich der Ton in den Verhandlungen über die künftige Aufstellung der deutschen Produktionsstandorte. Medienberichten zufolge bekräftigte der Vorstand auf einer Betriebsversammlung am 28. September die Forderung, dass Beschäftigte künftig ohne Lohnausgleich 38 statt der bisherigen 35 Stunden pro Woche arbeiten sollen. Gelinge diese Senkung der Arbeitskosten nicht, müssten nach Einschätzung des Managements zwei Werke in Deutschland geschlossen werden.
Die Diskussion um die Produktionskosten fällt in eine anhaltend schwierige Marktphase für den Stuttgarter Automobilkonzern. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 33 Prozent.
Kürzere Verträge und strengere Präsenzregeln
Die Managementpläne zielen auf eine deutliche Senkung der operativen Ausgaben ab, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte im internationalen Vergleich zu sichern. Das Szenario einer Schließung von zwei inländischen Werken unterstreicht den Druck, unter dem die Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite stehen.
Ergänzend zu den Diskussionen über die Wochenarbeitszeit plant das Unternehmen Anpassungen bei der Büroanwesenheit: Nach einem Bericht des Handelsblatts sollen die internen Homeoffice-Regeln verschärft werden. Führungskräfte sollen demnach die Möglichkeit erhalten, Vollzeitbeschäftigte an bis zu vier Tagen pro Woche zur Präsenz im Büro zu verpflichten.
Millionensummen für eigene Aktien
Parallel zu den internen Spar- und Strukturdiskussionen setzt der Vorstand die angekündigten Maßnahmen am Kapitalmarkt fort. Das Unternehmen veröffentlichte am 5. Oktober den fünften Zwischenbericht zum laufenden Aktienrückkaufprogramm. Demnach erwarb der Konzern im Zeitraum vom 28. September bis einschließlich 2. Oktober insgesamt 875.000 eigene Aktien. Das Transaktionsvolumen für diesen Fünftageszeitraum belief sich auf 35.637.298,00 Euro.
Seit dem Start des aktuellen Programms am 1. September 2026 kaufte das Unternehmen damit insgesamt 3.851.805 eigene Anteilscheine zurück. Die Maßnahme soll das Angebot an frei gehandelten Papieren verknappen und bildet ein Kerninstrument der Kapitalallokation vor der anstehenden Bilanzvorlage.
Weichenstellung bei den Quartalszahlen
Klarheit über die finanzielle Verfassung und die Auswirkungen der Marktlage erwarten Investoren am 28. Oktober 2026. An diesem Termin veröffentlicht die Mercedes-Benz Group ihren Zwischenbericht für das dritte Quartal 2026 und erläutert die Resultate in einer Telefonkonferenz für Analysten und Anleger. Im gestrigen Handel schloss die Aktie bei 40,54 Euro.
Neben den Kostensenkungsinitiativen versucht der Konzern Akzente im Marktauftritt zu setzen. Zum Monatsbeginn kündigte Mercedes-Benz eine Partnerschaft mit dem Sportartikelhersteller adidas an, aus der die Sneaker-Edition „adidas Samba OG x Mercedes-Benz“ hervorgeht, die ab dem 13. Oktober erhältlich sein soll.
Technologisch erweitert der Autobauer zudem die Ausstattung seiner Elektroflotte: Das Steer-by-Wire-Lenksystem ist weltweit für die EQS-Limousine bestellbar und kostet in Deutschland 2.500 Euro ohne Mehrwertsteuer beziehungsweise 2.975 Euro inklusive Steuer.
Ob diese Schritte das Vertrauen am Markt stabilisieren, hängt jedoch maßgeblich von den operativen Fortschritten bei den Werkskosten und den anstehenden Quartalszahlen ab.
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