Mercedes-Benz verkauft in China fast ein Drittel weniger Autos als vor einem Jahr. Für das dritte Quartal meldet der Konzern einen Einbruch von 31 Prozent in der Volksrepublik. Die Aktie notiert zeitweise 1,9 Prozent tiefer bei 39,08 Euro.
Elektrorekord, aber kleiner Hebel
Weltweit setzten die Stuttgarter von Juli bis September knapp 492.000 Pkw und Transporter ab, 6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Vertriebsvorstand Mathias Geisen verweist auf den höchsten Quartalsabsatz reiner Elektroautos der Firmengeschichte. Außerdem sei der Pkw-Absatz außerhalb Chinas im dritten Quartal in Folge gestiegen.
Beides stimmt, ändert an der Größenordnung aber wenig. Den rund 68.400 verkauften Elektroautos stehen 407.200 Pkw insgesamt gegenüber, 8 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Im Spitzensegment der teuersten Modelle sank der Absatz um 21 Prozent. Nach neun Monaten liegt die Autosparte rund 8 Prozent unter dem Vorjahr. Zuwächse in Europa und den USA gleichen das Loch in China nicht aus.
Mercedes-Benz begründet das Minus mit hartem Wettbewerb und schwierigen Rahmenbedingungen.
Ein Branchenmuster
Die Schwäche trifft nicht nur Mercedes. BMW kappte im Juni das Margenziel im Autogeschäft für 2026 auf 1 bis 3 Prozent, Volkswagen senkte im September die Renditeprognose auf höchstens 1 Prozent. Beide nennen den schrumpfenden chinesischen Markt als Belastung.
Hinzu kommt die Konkurrenz im Heimatmarkt. BYD steigerte seine Neuzulassungen in der EU von Januar bis August um 163 Prozent und kommt nun auf 2,4 Prozent Marktanteil. Der Gesamtmarkt wuchs dagegen nur um gut 5 Prozent. Chinesische Anbieter greifen also genau dort an, wo Europa den Ausfall in China ausgleichen soll.
Schwacher Gesamtmarkt
Auch das Umfeld hilft nicht. Der DAX rutschte am Donnerstag im frühen Handel unter die Marke von 25.000 Punkten. Dem Leitindex fehlt zuletzt die Aufwärtsdynamik, als Belastung gelten erneut die Ölpreise.
Konkrete Hinweise auf eine Entspannung liefert der Konzern erst mit dem Zwischenbericht am 28. Oktober. Dann zeigt sich, wie stark der Absatzrückgang die Margen im dritten Quartal belastet hat. Volkswagen folgt einen Tag später, BMW am 4. November.
Stand heute, 8. Oktober: Mercedes-Benz – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Mercedes-Benz investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 8. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
