Elon Musk hat die Sorgen der Intel-Anleger zerstreut. Der Terafab-Chipkomplex in Texas wird nicht von TSMC betrieben, sondern von Tesla und SpaceX selbst. Der taiwanische Auftragsfertiger käme allenfalls als Untermieter für einen Teil des Geländes in Frage.
Für Intel ist das eine wichtige Klarstellung. Die Aktie notiert vorbörslich rund ein Prozent höher bei etwa 113,5 Dollar, nachdem sie am Vortag um gut drei Prozent nachgegeben hatte.
Warum TSMC die Anleger nervös machte
Musk hatte zuvor Gespräche mit TSMC bestätigt. Sein Kommentar auf X fiel knapp aus: „Nur Gespräche, aber vielleicht ergibt sich etwas daraus.“ Eine feste Vereinbarung gab es nicht, dennoch stellte sich die Frage, ob der Weltmarktführer unter den Auftragsfertigern Intel aus dem Projekt verdrängen könnte.
Intel ist seit April Entwicklungspartner von Terafab, gemeinsam mit Tesla, SpaceX und xAI. Geplant sind zwei Fabriken. Eine soll Chips für Tesla-Fahrzeuge und humanoide Roboter fertigen, die andere KI-Rechenzentren im Weltraum versorgen. Langfristig zielt das Projekt auf ein Terawatt Rechenleistung pro Jahr.
Konzernchef Lip-Bu Tan betonte gegenüber Bloomberg, dass Intel weiter an Bord bleibt. Er äußerte sich vor einer Veranstaltung in Tokio, die Intels 50 Jahre in Japan würdigt. Konkrete Angaben zu Aufträgen, Investitionssummen oder einem verbindlichen Zeitplan gibt es bislang allerdings nicht. Der wirtschaftliche Beitrag von Terafab bleibt daher offen.
Rückenwind aus mehreren Richtungen
Hinzu kommt eine vertiefte Zusammenarbeit mit Applied Materials. Beide Unternehmen wollen Transistor-, Verbindungs- und Packaging-Technologien für KI-Anwendungen gemeinsam entwickeln. Die Arbeit verteilt sich auf das EPIC Center im Silicon Valley und Intels Forschungscampus in Hillsboro, Oregon.
Auch von Analystenseite kam Unterstützung. Mizuho hob das Kursziel von 92 auf 114 Dollar an, blieb aber bei der Einstufung „Neutral“. Das neue Ziel liegt damit nahe am aktuellen Kurs, viel Spielraum nach oben sieht das Haus also nicht.
Der Gesamtmarkt liefert derweil keine Hilfe. Die Nasdaq gab vorbörslich 0,4 Prozent nach, der S&P 500 knapp 0,1 Prozent. Intels Erholung geht damit auf unternehmensspezifische Nachrichten zurück.
Belastbar wird die Terafab-Story erst mit konkreten Aufträgen. Bis dahin stützen vor allem Musks Klarstellung und Tans Zusage das Vertrauen in Intels Rolle als Fertigungspartner.
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