Die operative Neuausrichtung beim US-Spezialisten für Energiespeichersysteme nimmt nach einer Phase spürbarer Turbulenzen Konturen an. Nachdem Verzögerungen beim Hochlauf einer Produktionsstätte in Houston den Geschäftsverlauf beeinträchtigten, versucht das Unternehmen seine Lieferketten und Beschaffungskanäle robuster aufzustellen. An der Börse notiert das Papier von Fluence Energy derzeit bei 6,80 Euro.
Vereinbarung mit EVE Power soll Planung verbessern
Am 24. September gab Fluence Energy den Abschluss einer mehrjährigen Rahmenvereinbarung mit EVE Power Co., Ltd. bekannt. Der Partner soll Batterien für die Energiespeichersysteme von Fluence bereitstellen.
Unternehmensangaben zufolge zielt dieser Kontrakt darauf ab, mehr Transparenz bei Liefervolumina sowie der Preisgestaltung zu schaffen. Dies soll die Erfüllung bestehender Verpflichtungen gegenüber weltweiten Kunden absichern, während die Nachfrage nach Speicherlösungen nach Angaben des Unternehmens weiterhin intakt ist.
Parallel zu den vertraglichen Schritten auf Lieferantenseite wurden auch Transaktionen der Unternehmensführung publik. Am 21. September erwarben die Mitglieder des Verwaltungsrats Herman E. Bulls und Harald von Heynitz Anteilsscheine über den offenen Markt.
Während Bulls 10.000 Class-A-Aktien zu je 7,36 $ kaufte, orderte von Heynitz 7.000 Papiere zum selben Kurs. Zukäufe dieser Art werden von Marktbeobachtern häufig als Signal gewertet, dass Führungskräfte das aktuelle Bewertungsniveau als attraktiv erachten.
Operative Altlasten belasten das Geschäftsjahr
Die jüngsten Schritte erfolgen vor dem Hintergrund erheblicher operativer Korrekturen. Vor rund zwei Wochen senkte Fluence Energy die Geschäftsprognose für das Geschäftsjahr 2026. Das Unternehmen bezifferte die Umsatzerwartung auf rund 2,4 Milliarden US-Dollar, während zuvor im Mittel etwa 3,0 Milliarden US-Dollar angepeilt worden waren.
Beim bereinigten EBITDA stellte das Management einen Verlust von rund 200 Millionen US-Dollar in Aussicht, verglichen mit einem zuvor prognostizierten mittleren Fehlbetrag von 10 Millionen US-Dollar. Als wesentlichen Auslöser nannte der Konzern Verzögerungen beim Hochlauf seiner Auftragsfertigung im texanischen Houston.
Im Zuge der Schwierigkeiten kam es auch zu personellen Veränderungen im Management. Vor gut drei Wochen berief das Unternehmen Bernerd Da Santos zum Executive Vice President und Chief Operating Officer, während der vorherige Senior Vice President und Chief Product Officer Peter Williams das Haus verließ.
Analystenseitig reagierten Häuser zeitnah auf die gesenkten Zielmarken: Das Analysehaus Mizuho senkte am 21. September das Kursziel für die Aktie. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 60 Prozent. Das Management steht nun in der Pflicht zu belegen, dass die Anpassungen in der Lieferkette ausreichen, um die Fertigungsschwierigkeiten nachhaltig zu überwinden.
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