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Evonik Aktie: Gewerkschaftschef attackiert Finanzstabilität

Evonik verweist auf verbesserte Bonitätsnoten; über einen Verkauf an BASF wurde bislang nicht entschieden.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Moody’s und S&P bestätigen stabilen Ausblick
  • Kuratorium legt sich zum Verkauf nicht fest
  • BASF-Offerte von 22,15 Euro abgelehnt
  • Japan-Kooperation für Polyurethan-Recycling gestartet

Der Essener Spezialchemiekonzern Evonik sieht sich mit kritischen Äußerungen aus den Reihen der Gewerkschaft konfrontiert. Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Gewerkschaft IG BCE, brachte das Unternehmen öffentlich mit problematischen Finanzierungsthemen in Verbindung.

Evonik wies diese Darstellungen umgehend zurück. Das Unternehmen verwies zur Begründung seiner soliden finanziellen Verfassung auf verbesserte Kreditratings der Ratingagenturen Moody’s und S&P, die jeweils mit einem stabilen Ausblick versehen sind.

Streit über finanzielle Stabilität

Der öffentliche Schlagabtausch trifft auf eine ohnehin angespannte Gemengelage im Umfeld des Konzerns. Die Arbeitnehmervertretung positioniert sich bereits seit geraumer Zeit skeptisch gegenüber grundlegenden Veränderungen im Eigentümerkreis.

In einem internen Schreiben vom 7. Oktober hatten Vassiliadis und Alexander Bercht an die Betriebsräte von BASF und Evonik appelliert und einen vollständigen Verkauf von Evonik an BASF grundsätzlich hinterfragt.

Zugleich signalisiert das Management von Evonik unter Verweis auf die Bonitätsnoten der führenden Agenturen finanzielle Handlungsfähigkeit. Das Kuratorium der RAG-Stiftung, die als maßgeblicher Großaktionär gilt, ließ sich am 9. Oktober vom Stiftungsvorstand über das Übernahmeinteresse von BASF informieren.

Eine Festlegung zu einem Verkauf traf das Kuratorium dabei nicht. Auch die Landesregierung Nordrhein-Westfalen sprach sich gegen eine Übernahme von Evonik durch BASF aus.

Übernahmedebatte bildet den Hintergrund

Die Diskussionen um die finanzielle Verfassung stehen im direkten Kontext der M&A-Gerüchte. Vor gut drei Wochen wurde eine erste Offerte von BASF in Höhe von 22,15 Euro je Aktie als zu niedrig abgelehnt.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa-AFX unter Berufung auf eine mit der Transaktion vertraute Person zeigt sich BASF grundsätzlich bereit, über ein höheres Angebot zu sprechen, knüpft diesen Schritt jedoch an einen vorherigen Einblick in die Bücher von Evonik. Laut der Nachrichtenagentur Reuters hieß es aus dem Unternehmen, dass weiterhin keine Gespräche mit BASF stattfänden.

Am Aktienmarkt spiegeln die Notierungen die anhaltenden Spekulationen wider. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Evonik-Aktie bei 21,32 Euro. Damit bewegt sich das Papier mit einem Abstand von 2,4 Prozent nur knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch von 21,84 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel einen Kursanstieg von 60 Prozent.

Analysten und anstehende Termine

Am Kapitalmarkt verfolgen Beobachter die Entwicklungen mit zurückhaltender Bewertung. Das Bankhaus Berenberg stufte das Papier am 5. Oktober von „Sell“ auf „Hold“ herauf und setzte das Kursziel bei 20,00 Euro an. Die Analysegesellschaft Parmantier & Cie. bestätigte am 6. Oktober ihre Einstufung „Halten“ mit einem sechsmonatigen Kursziel von 20,50 Euro.

Ungeachtet der Übernahmespekulationen treibt der Konzern operative Projekte voran. Am Dienstag startete Evonik gemeinsam mit den Unternehmen Toyotsu Chemiplas Corporation und Sanyo Chemical Industries eine Kooperation in Japan.

Das Konsortium will dort ein Recyclingmodell für Polyurethanschaum aufbauen, bei dem Evonik ein hydrolysebasiertes chemisches Verfahren zur Rückgewinnung von Polyolen und Aminen einbringt. Klarheit über die fundamentale Entwicklung der vergangenen Monate erhalten Investoren am 3. November, wenn Evonik die Zahlen für das dritte Quartal 2026 vorlegt.

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