Berenberg hat heute das Kursziel für Evonik angehoben, hält aber an der Einstufung „Hold“ fest. Deutsche Bank Research bleibt ebenfalls bei „Hold“ und bestätigt das bisherige Ziel. Nach den gestern veröffentlichten Quartalszahlen fällt die Neubewertung damit unterschiedlich aus: Nur eines der beiden Häuser setzt die Zielmarke höher.
Höheres Ziel ohne Kaufempfehlung
Medienberichten zufolge erhöhte Berenberg heute das Kursziel von 20,00 auf 22,50 Euro. Deutsche Bank Research beließ es bei 18 Euro.
Die gemeinsame Einstufung verdeckt damit einen wesentlichen Unterschied. Berenberg hat seine Kurszielsetzung nach oben angepasst, Deutsche Bank Research dagegen nicht. Aus dem höheren Ziel lässt sich zugleich keine offensivere Empfehlung ableiten: Berenberg verbindet die Anhebung ausdrücklich weiterhin mit „Hold“.
Die Evonik-Aktie gewinnt heute 2,2%. Der Kursanstieg geht somit nicht mit einer Kaufempfehlung der beiden Häuser einher. Für Anleger lohnt deshalb die Trennung zwischen der positiven Kursbewegung und den unveränderten Anlageurteilen.
Ergebnisanstieg als Bewertungsgrundlage
Evonik meldete gestern für das dritte Quartal 2026 einen Anstieg des bereinigten EBITDA um 40 Prozent auf 629 Millionen Euro. Der Vergleich bezieht sich auf das entsprechende Vorjahresquartal.
Damit liefert der Ergebniszuwachs einen konkreten Hintergrund für die heutigen Analystenreaktionen. Die beiden Häuser ziehen daraus allerdings unterschiedliche Konsequenzen für ihre Kursziele. Ein einheitliches Signal für eine höhere Bewertung ergibt sich aus diesen beiden Einschätzungen nicht.
Der Umsatz erhöhte sich im selben Quartal um 13 Prozent auf 3,825 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis wuchs damit stärker als die Erlöse.
Jahresausblick bleibt zentraler Maßstab
Neben dem Quartalsergebnis gehört die gestern konkretisierte Ergebnisprognose zur Grundlage der Einordnung. Sie richtet den Blick über das abgeschlossene Quartal hinaus auf die erwartete Jahresentwicklung.
Evonik erwartet für 2026 ein bereinigtes EBITDA in der oberen Hälfte der Spanne von 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich um eine Erwartung des Unternehmens, nicht um ein bereits erzieltes Jahresergebnis.
Die heutige Analystenreaktion lässt sich deshalb klar eingrenzen: Berenberg setzt nach den Zahlen ein höheres Kursziel an. Eine Aufwertung der Empfehlung nimmt jedoch keines der beiden Häuser vor.
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