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Evonik Aktie: Das BASF-Tauziehen!

BASF erwägt laut Bericht ein höheres Angebot, doch Evonik verneint Gespräche; die RAG-Stiftung legte sich nicht fest.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Evonik schloss bei 21,42 Euro
  • RAG-Stiftung traf keine Entscheidung
  • Berenberg hob Rating und Kursziel an
  • Evonik erhielt Pharma-Award für Self Driving Labs

Der Essener Spezialchemiekonzern Evonik steht im Zentrum eines vielschichtigen Tauziehens, bei dem Übernahmegerüchte auf Vorbehalte von Großaktionären, Management und Landespolitik treffen.

Spekulationen über das Interesse des Ludwigshafener Konkurrenten BASF stützen zwar den Börsenkurs, doch die Fronten bleiben verhärtet: Evonik betont das Ausbleiben jeglicher Verhandlungen, während politische und eigentümerbezogene Hürden eine Annäherung erschweren. Am Freitag ging das Papier bei 21,42 Euro aus dem Handel und notierte damit knapp unter dem am selben Tag erreichten 52-Wochen-Hoch von 21,62 Euro.

Abwartende Haltung bei der RAG-Stiftung und Kritik aus der Politik

Ein zentraler Faktor für jede künftige Weichenstellung ist die RAG-Stiftung als größte Anteilseignerin von Evonik. Wie das Handelsblatt berichtete, ließ sich das Kuratorium der Stiftung am Freitag in einer Online-Sitzung über das Interesse von BASF informieren.

Eine Festlegung auf ein weiteres Vorgehen traf das Gremium dem Bericht zufolge jedoch nicht. Ohne die Zustimmung der Stiftung gilt ein Erfolg möglicher Annäherungsversuche als ausgeschlossen.

Parallel dazu regt sich politischer Widerstand gegen eine Veränderung der Eigentümerstruktur. Laut Reuters erklärte die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen am 5. Oktober, dass Arbeitsplätze bei Evonik und die eigenständige Entwicklung des Konzerns durch eine mögliche Übernahme keinesfalls infrage gestellt werden dürften. Die Sorge vor einem Verlust von Industriearbeitsplätzen prägt die Haltung in Düsseldorf maßgeblich.

Gegensätzliche Signale zwischen BASF und Evonik

Trotz dieser Hürden halten sich Berichte über weitergehende Absichten aus Ludwigshafen. Laut Reuters erwägt BASF ein höheres Übernahmeangebot für Evonik, falls Gespräche zwischen beiden Seiten zustande kommen sollten. Die Nachrichtenagentur stützte sich dabei auf zwei BASF-nahe Quellen. Auf Seiten von Evonik stießen diese Berichte am Freitag jedoch auf eine klare Zurückweisung: Das Unternehmen erklärte, dass weiterhin keine Gespräche liefen.

Das Beharren auf der Eigenständigkeit bringt das Management in eine anspruchsvolle Lage. Während die Unternehmensführung die eigene Strategie verfolgt, bewertet der Kapitalmarkt das Papier vor allem durch die Brille möglicher M&A-Transaktionen. Diese Diskrepanz zwischen operativer Realität und marktgetriebener Erwartung bestimmt das gegenwärtige Geschehen.

Analystenreaktion und operative Initiativen

Die veränderte Ausgangslage schlägt sich auch in Einschätzungen von Marktbeobachtern nieder. Die Privatbank Berenberg stufte Evonik am 5. Oktober von „Sell“ auf „Hold“ hoch und erhöhte das Kursziel von 15,50 auf 20 Euro. Die Analysten begründeten diese Anpassung ausdrücklich mit dem Übernahmeinteresse von BASF.

Abseits der Eigentümerdebatte treibt Evonik eigene Projekte voran. Bei der CPHI-Messe in Mailand erhielt das Unternehmen am 6. Oktober den CPHI Pharma Award 2026 in der Kategorie „Digital Transformation“ für seine sogenannten Self Driving Labs. Zudem meldete der Konzern die Entwicklung einer biologisch abbaubaren Polymerplattform.

Diese Neuerung soll als Basis für künftige Generationen funktionaler EUDRAGIT-Hilfsstoffe zur oralen Arzneimittelverabreichung dienen, wobei erste nicht-kommerzielle Labormengen für gemeinsame Entwicklungsprojekte mit ausgewählten Partnern bereitstehen.

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