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Erste Bank Aktie: Wackelige Fundamente?

Die Erste Group Bank meldet einen historischen Höchstgewinn, kürzt die Ausschüttung an Aktionäre jedoch um 75 Prozent. Grund ist die milliardenschwere Expansion nach Polen, die das Eigenkapital belastet.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Historischer Nettogewinn von 3,5 Milliarden Euro
  • Dividendenausschüttung sinkt von 3,00 auf 0,75 Euro
  • Milliardendeal für Markteintritt in Polen
  • Aktienkurs verliert seit Jahresbeginn deutlich

Die Erste Group Bank hat für 2025 den höchsten Nettogewinn ihrer Geschichte vorgelegt – und dreht gleichzeitig Anlegern beim Geld den Hahn zu. Die Dividende wird um 75 Prozent gekappt. Grund ist eine milliardenschwere Expansion nach Polen, die das Institut kurzfristig massiv belastet.

Rekordgewinn trifft auf Kapitalvorbehalt

Mit 3,5 Milliarden Euro Nettogewinn erreichte die österreichische Bank 2025 einen historischen Höchstwert. Das Kreditvolumen legte um 6,4 Prozent auf 232 Milliarden Euro zu, der Provisionsüberschuss kletterte um 8,6 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalrendite verbesserte sich auf 16,6 Prozent.

Doch trotz dieser Zahlen kommt bei Aktionären wenig an: Statt 3,00 Euro wie im Vorjahr sollen nur noch 0,75 Euro je Aktie ausgeschüttet werden. Die Ausschüttungsquote sackt von über 50 Prozent auf gerade einmal 10 Prozent ab.

7 Milliarden Euro für Polen-Deal

Verantwortlich für die drastische Kürzung ist der Kauf eines 49-Prozent-Anteils an der Santander Bank Polska sowie eines 50-Prozent-Anteils am Vermögensverwalter Santander TFI. Die Transaktion verschlang 7 Milliarden Euro aus Eigenmitteln – eine der größten grenzüberschreitenden Bankentransaktionen Europas der vergangenen Jahre.

Die Integration von 485 Filialen und 1.400 Geldautomaten startet bereits im zweiten Quartal 2026. Dafür kalkuliert das Management mit Integrationskosten von 180 Millionen Euro. Hinzu kommt eine einmalige Kreditrisikovorsorge von 300 Millionen Euro brutto, die das Nettoergebnis mit rund 120 Millionen Euro belastet.

Ehrgeizige Ziele für 2026

Für das laufende Jahr verspricht der Vorstand ein organisches Kreditwachstum von über 5 Prozent, einen bereinigten Nettogewinn von mehr als 4 Milliarden Euro und eine Rendite auf das materielle Eigenkapital von rund 19 Prozent. Der Zinsüberschuss soll auf über 11 Milliarden Euro steigen, die Provisionseinnahmen nähern sich der 4-Milliarden-Marke.

Allerdings lasten regulatorische Sonderabgaben auf der Rechnung: Allein 450 Millionen Euro entfallen auf Bankensteuern in Ungarn und Rumänien. Die harte Kernkapitalquote liegt mit 19,3 Prozent zwar auf Rekordniveau, wird durch die Polen-Akquisition aber zunächst belastet.

Die Aktie hat seit Jahresbeginn knapp 7 Prozent verloren, in den vergangenen 30 Tagen summiert sich das Minus auf über 11 Prozent. Der Kurs notiert bei 96,80 Euro deutlich unter dem Februarhoch von 111 Euro. Am 24. April 2026 erfolgt die Dividendenzahlung – für viele Anleger eine Enttäuschung, die bereits eingepreist scheint.

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