Beyond Meat baut sein Getränkesortiment aus und setzt beim jüngsten Produkt zunächst auf den eigenen Onlinevertrieb. Heute kündigte das Unternehmen Beyond Immerse Protein + Energy an. Der Einstieg in die Energy-Kategorie erweitert das Angebot pflanzlicher Proteinprodukte. Für Anleger steht damit die Frage im Mittelpunkt, wie aus neuen Produkten ein breiteres Geschäft entstehen kann.
Onlineauftakt statt breiter Handelsstart
Das kohlensäurehaltige Getränk startet nach Unternehmensangaben exklusiv im eigenen Onlineshop. Zum Auftakt sind die Geschmacksrichtungen Cherry Berry und Watermelon Strawberry vorgesehen. Damit unterscheidet sich dieser Verkaufsstart von den bereits erfolgten Einzelhandelseinführungen der Beyond-Immerse-Reihe.
Für diese hatte Beyond Meat zuvor Big Geyser im Großraum New York und Erewhon in Südkalifornien genutzt. Der neue Energy-Ableger ergänzt somit eine Produktfamilie, die bereits über unterschiedliche Vertriebswege angeboten wird. Die exklusive Onlineeinführung ist allerdings nicht mit einer breiten Platzierung des neuen Getränks im Einzelhandel gleichzusetzen.
Pro Portion enthält Beyond Immerse Protein + Energy nach Angaben des Unternehmens 20 g Pflanzenprotein und 160 mg Koffein. Dieses stammt aus Kaffeebohnen und Guarana. Hinzu kommen Ballaststoffe, Antioxidantien und Elektrolyte. Das Getränk enthält weder Milchprodukte noch gentechnisch veränderte Zutaten.
Der Ansatz verbindet Proteinversorgung mit der anregenden Wirkung eines Energy-Getränks. Für Beyond Meat eröffnet das eine weitere Möglichkeit, seine Proteinprodukte jenseits eines einzelnen Verwendungszwecks anzubieten. Wirtschaftlich entscheidend wäre dabei, ob die zusätzliche Variante auch zusätzliche Nachfrage erzeugt.
Die gesamte Beyond-Immerse-Reihe wächst laut Unternehmen auf sechs Geschmacksrichtungen. Watermelon Strawberry ist verfügbar; Limoncello Ginger und Yuzu Grapefruit sollen folgen. Der Ausbau betrifft damit sowohl die Auswahl innerhalb der Reihe als auch deren Einsatzmöglichkeiten.
Produktbreite trifft auf Umsatzdruck
Parallel arbeitet Beyond Meat an der Positionierung seines Proteinpulvers. Gestern meldete das Unternehmen den Purity Award des Clean Label Project für Starmatter. Das im September eingeführte Produkt zählt bei unabhängigen Kontaminantentests zu den besten 33 % seiner Kategorie.
Die Auszeichnung kann die Qualitätspositionierung unterstützen. Sie bewertet jedoch die Belastung mit unerwünschten Stoffen und ist kein Nachweis für kommerziellen Erfolg. Green Queen berichtete zudem, Beyond Meat habe zuvor sechs Quartale mit Umsatzrückgängen verzeichnet.
Die Aktie legt heute um 4,2% zu. Dem steht seit Jahresanfang ein Minus von -71% gegenüber: Der Tagesgewinn relativiert den längerfristigen Kursverlust somit nur begrenzt.
Der Getränkeausbau liefert einen konkreten Ansatz zur Erweiterung des Angebots. Für eine geschäftliche Trendwende müsste daraus aber nachhaltige Nachfrage entstehen. Neue Sorten, zusätzliche Anwendungsmöglichkeiten und Qualitätsauszeichnungen können diesen Weg unterstützen – ersetzen können sie steigende Verkäufe nicht.
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